Wenn wir an Jesus glauben, und unsere Schuld bekannt haben, hat Gott uns die Schuld vergeben und uns zu seinen Töchtern gemacht. In Römer 5,8 lesen wir: „Gott aber beweist seine Liebe zu uns dadurch, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“
Schuld, also Sünde bedeutet im Urtext „Zielverfehlung“.
Jesus ist für uns gestorben, um diese Zielverfehlung wieder aufzuheben und uns mit Gott zu versöhnen – ein für allemal –, da er das Opferlamm für uns wurde, damit uns vergeben werden kann.
Und wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit (1. Johannes 1,9).
Wir sind Experten darin, mit dem Finger auf diejenigen zu zeigen, die offensichtlich gesündigt haben.
Wir geben den Sünden einen Schweregrad: Die Notlüge zum Beispiel ist noch akzeptabel, eine Beleidigung schon schwerwiegender, Diebstahl geht gar nicht, und vollzogener Ehebruch sollte am besten immer noch mit einer Steinigung bestraft werden.
Und tatsächlich „steinigen“ wir oft diese Menschen, indem wir z.B. weitererzählen: "Hast du gehört? Martha hat sich von Klaus getrennt. Sie hat direkt einen neuen Partner. Bestimmt hatte sie schon vorher etwas mit ihm."
Keine Frage, Ehebruch ist schlimm. Doch kann auch das – genauso wie die Notlüge – vergeben werden.
Denn beides sind Sünden, die uns von Gott trennen, wenn sie nicht vor ihm bekannt werden.
Die Folgen unserer Sünden sind unterschiedlich. Manche Folgen tragen wir ein Leben lang. Auch wenn uns vergeben ist, bleiben oft Narben: Scheidungskinder zum Beispiel, verlorene Beziehungen oder Arbeitsstellen, Gemeindeausschluss.
Warum ist das so?
Weil Vergebung bei uns Menschen nicht gleich Versöhnung bedeutet.
Manchmal können wir vergeben, aber die Beziehung – also Versöhnung – nicht wiederherstellen.
Wir sind eben nicht Gott, wir können nicht vergessen, und das Vertrauen ist manchmal zutiefst zerstört, sodass Beziehungen nicht mehr funktionieren.
Das ist ein Schmerz, der immer bleibt.
Gott ist anders. In Hebräer 8,10.12 steht:
„Ich will ihnen meine Gesetze in den Sinn geben und sie in ihre Herzen schreiben. Ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein; denn ich werde gnädig sein gegen ihre Ungerechtigkeit, und an ihre Sünden und ihre Gesetzlosigkeit werde ich nicht mehr gedenken.“
Was Gott so groß macht, ist die Tatsache, dass er unsere Sünden nicht vergisst, aber er gedenkt nicht mehr an sie. Das heißt, er hält sie uns nicht mehr vor.
Und wenn wir wieder die gleiche Sünde begangen haben, sagt er nicht: „Schon wieder. Ich habe es dir doch schon einmal vergeben.“
Wir können nicht vergessen. Selbst wenn wir vergeben, holen wir manchmal die Verfehlungen anderer hervor und halten Sie ihnen vor.
Wir müssen uns für Vergebung entscheiden.
Diese Entscheidung muss manchmal immer wieder neu getroffen werden. Doch wir können von Gott lernen, der uns täglich vergibt. So sollen auch wir mit anderen Gnädig sein.
Wir wollen heute Gott für die Vergebung unserer Schuld danken. Sie übersteigt unseren menschlichen Verstand.
Gott vergibt nicht nur, sondern versöhnt uns mit sich durch Jesus Christus.
Wenn man das versteht, bekommt das Wort „Versöhnung“ die Bedeutung, die ihm zusteht: so vergeben, dass wieder eine tiefe Beziehung entsteht.
So ist unser Gott.
Das geschieht durch Jesus. Und weil Jesus unser Bruder ist, macht er uns zu Söhnen – um beim Wort „Versöhnung“ zu bleiben – und natürlich zu Töchtern Gottes.
Wir beten gemeinsam und danken Gott für die Vergebung und Versöhnung durch Jesus Christus.
Gebet
Mein himmlischer Vater, wenn ich darüber nachdenke, dass du mir meine Schuld vergeben hast und immer wieder vergibst, dass du nicht mehr daran gedenkst und mir nicht nur Vergebung, sondern auch Versöhnung schenkst, bin ich dankbar und demütig.
Mir fällt das Vergeben oft schwer. Vater, du entscheidest dich dafür, an meine Schuld nicht zu gedenken. Auch ich will mich immer wieder dafür entscheiden, meinen Nächsten zu vergeben.
Und ich bitte dich um Hilfe darin, damit mein Herz vor dir weich bleibt und ich nicht bitter und hart werde. Danke vor allem für die Versöhnung durch Jesus Christus.
Danke für deinen Heiligen Geist, der mich immer wieder daran erinnert, dass ich deine Tochter bin. Du hast mir den Geist der Sohnschaft gegeben, und ich darf dich Papa nennen.
Ich bete dich an als Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.
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