Zeiten des Redens und Zeiten des Schweigens - Lebensrhythmus

Veröffentlicht am 2. Mai 2026 um 21:59

Es gibt Zeiten des Redens und Zeiten des Schweigens. Zeiten des Sich-Gedanken-Machens und Zeiten der Gedankenlosigkeit. Zeiten des Grübelns, Analysierens, Kombinierens und Prüfens – und Zeiten des Schreibens, des Dichtens und des Redens.

Das eine kommt, das andere geht.

 

Es gibt Tage voller Produktivität, in denen sich die Gedanken überschlagen – und die Worte ebenfalls. Tage, an denen man seine Gedanken mit seinen Mitmenschen teilt und sie damit sichtlich überfordert. Zeiten, in denen man sich selbst unzählige Fragen stellt und nach Antworten sucht. Zeiten, in denen man sich diese Antworten gibt, in komplizierten Sätzen und Metaphern.

 

Und dann gibt es Zeiten völliger Unproduktivität. Zeiten, in denen man keinen klaren Gedanken fassen kann und es fast so scheint, als seien die produktiven Zeiten für immer vorbei.

 

Doch das sind Zeiten, in denen die Wurzeln tiefer geschlagen werden, in denen Kraft gesammelt wird, in denen man wenig redet, viel hört und Informationen sammelt. Und dann kommen sie wieder: geballt die Tage der Produktivität, des Dichtens, des Schreibens, des Redens, des Kombinierens, des Produzierens – bis zur Erschöpfung.

 

So manches Gespräch, in dem man seine Gedanken und Schlussfolgerungen teilt, führt dazu, dass der Zuhörer am Ende vielleicht verwirrter geht, als er gekommen ist. Und doch sind all diese Fragen wichtig, aber wenige stellen sie sich.

 

Es muss Menschen geben, die sich diese Fragen stellen. Menschen, die das Leben auseinandernehmen, das Denken, die Kommunikation, die Tradition – und darüber nachdenken und reden, wie sinnvoll oder eben nicht dies oder jenes ist.

Es ist nicht einfach, so einen Kopf zu haben.

Aber man möchte ihn auch nicht hergeben.

 

5. Januar 2026, Vera Krekker

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