Herr, der Wunsch in meinem Herzen,
dir zu dienen, ist so groß.
Doch die Kraft für diese Taten,
ach, die Kraft hätt’ ich sie bloß.
Die Gedanken und die Pläne,
die ich schmiede, sind so viel.
Doch das Umsetzen, das Leben,
ja, das ist kein Kinderspiel.
Oft stand ich vor dir und flehte:
Herr, hier bin ich, gebrauche mich.
Doch Herr, was hab’ ich dir zu bieten?
Und was brauche ich mehr als dich?
Und mein Wunsch, Herr, dir zu dienen,
scheint fast lächerlich zu sein.
Brauchst du doch nicht einfach Menschen,
denn ich fühl’ mich schwach und klein.
Was du brauchst, sind nicht die Taten,
es sind auch nicht die Gaben mein.
Meine Werke sind nur Schatten.
Nichts hab’ ich, was nicht eh dein.
Bin ich einfach nicht nur Erde?
Bin ich Staub, vielleicht Kompost?
Oh, dass ich zum Werkzeug werde,
aus dem neues Leben sprosst.
Und wenn ich nur Erde bin,
säst den Samen du hinein.
Dann wird mein einziger Sinn
deines Samens Träger sein.
Das, was du in mich gepflanzt hast,
soll in mir gedeihen.
Was du mir aus Gnade gabst,
soll aus mir, Herr, schein’n.
Dir zu sagen: „Nimm mein Leben!“
dafür bin ich zu gering.
Und doch ist ja all mein Streben,
dir zu dienen, als dein Kind.
Nimm mein Leben, gleich der Erde,
gleich dem Kompost. Nutze es,
um dein Reich hier auszubauen.
Gebe ich dir, mein Herr, gewiss
meinen Leib und meine Seele,
meinen Geist, der dir gehört.
Und all das in meinem Leben,
was den Frieden in mir stört,
das beschneide und entsorge,
das verbinde und versorge.
Lass mich, Herr, ein Werkzeug sein
und gebrauch das Leben mein.
Ich lasse los,
was ich nicht halten kann
und möchte empfangen,
was ich durch dich gewann.
Januar 2026, Vera Krekker
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