„Dennoch habe ich gegen dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast. Bedenke nun, wovon du gefallen bist, und tue Buße, und tue die ersten Werke.“ (Offenbarung 2,4–5)
Dieser Vers stammt aus den Sendschreiben an die Gemeinde in Ephesus. Jesus sagt Johannes, dass er den Ephesern folgende Nachricht übermitteln soll:
„Ich kenne deine Werke und deine Bemühung und dein standhaftes Ausharren, und dass du die Bösen nicht ertragen kannst. Und du hast die geprüft, die behaupten, sie seien Apostel und sind es nicht, und hast sie als Lügner erkannt. Und du hast Schweres ertragen und hast standhaftes Ausharren, und um meines Namens willen hast du gearbeitet und bist nicht müde geworden.
Aber ich habe gegen dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast. Bedenke nun, wovon du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke. Sonst komme ich rasch über dich und werde deinen Leuchter von seiner Stelle wegstoßen, wenn du nicht Buße tust.
Aber dieses hast du, dass du die Werke der Nikolaiten hasst, die auch ich hasse.
Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt. Wer überwindet, dem will ich zu essen geben von dem Baum des Lebens, der in der Mitte des Paradieses Gottes ist.“
Die Epheser waren vorbildlich. Sie erkannten falsche Propheten, hassten die Taten böser Menschen und litten geduldig für Jesus, ohne aufzugeben.
Wo stehst du? Was würde Jesus dir für eine Nachricht übermitteln?
Du tust gute Werke, dienst in der Gemeinde – ehrenamtlich natürlich. Hast vielleicht noch andere Ehrenämter, bist Vorsitzende des Fördervereins der Schule oder im Elternrat, stehst immer auf der Liste für Kuchen oder Salat bei jeglichen Veranstaltungen. Du schreibst jeder Schwester aus der Gemeinde eine Geburtstagskarte, besuchst die kranken und älteren Geschwister und bemühst dich. Du bekommst Lob dafür und Anerkennung. Aber bleibst vielleicht leer, ausgebrannt, gestresst und müde?
Was meint Jesus wohl damit, wenn er sagt: „Erkenne doch, wie weit du dich von deiner ersten Liebe entfernt hast.“
Ich denke, die Antwort finden wir in dem Brief an die Epheser, den Paulus ihnen schrieb.
Als Paulus nach Ephesus kam, fand er einige Jünger, die nur die Taufe des Johannes hatten. Er taufte sie auf den Namen des Herrn Jesus, legte ihnen die Hände auf und der Heilige Geist kam auf sie. Sie redeten in Sprachen und weissagten. Zwei Jahre blieb Paulus in Ephesus und hielt täglich Lehrgespräche in einer Schule.
Die Stadt Ephesus war eine okkulte, belastete und götzendienende Stadt. Die Gläubigen hatten viel Gegenwind. Aber Gott wirkte Großes durch Paulus, sodass sich viele bekehrten. Unter ihnen waren auch viele Zauberer.
Trotz aller Widerstände bestand die Gemeinde in Ephesus. Jahre später schreibt Paulus einen Brief an sie.
In diesem Brief kann man erkennen, dass sie sehr eifrig waren, aber Paulus betet, dass sie tiefer in der Liebe Christi verwurzelt und erfüllt werden.
Dass sie ihre erste Liebe verlassen hatten, erfahren wir erst viele Jahre später im Sendschreiben der Offenbarung.
Paulus schreibt, dass er für sie betet, dass sie an dem inneren Menschen gestärkt werden und Christus durch den Glauben in ihren Herzen wohne, damit sie in Liebe gewurzelt und gegründet sind und fähig werden, die tiefe Liebe Christi zu erkennen. Diese Liebe, die alle Erkenntnis übersteigt, damit sie mit ihr erfüllt werden bis zur ganzen Fülle Gottes.
Dann ruft er sie auf, in Einheit und Liebe mit anderen Christen zu leben: in Demut und Sanftmut, einander geduldig in Liebe zu ertragen und in der Einheit des Geistes das Band des Friedens zu bewahren. Denn sie alle sind in Christus ein Leib, ein Geist und zu derselben Hoffnung berufen. Sie haben einen Herrn, einen Glauben, eine Taufe und einen Gott und Vater, der über allen und durch alle und in allen ist.
Wenn du also wissen willst, was die erste Liebe ist, lies den Brief an die Epheser. In den ersten drei Kapiteln geht es um deine Identität als Kind Gottes. Dieses Bewusstsein kann deine Liebe zu Gott und deine Dankbarkeit für deine Erlösung stärken.
In den letzten drei Kapiteln geht es um einen würdigen Wandel als Heilige. Insgesamt geht es sehr viel um die Liebe zueinander.
Einen wunderbaren Vers zum Thema Liebe unter Glaubensgeschwistern findest du in 1. Johannes 5,1:
„Jeder, der glaubt, dass Jesus der Christus ist, der ist aus Gott geboren; und jeder, der den liebt, welcher geboren hat, liebt auch den, der aus ihm geboren ist.“
Mit meinen Worten: Jeder, der an Jesus glaubt, ist Gottes Kind. Und jeder, der Gott als seinen Vater liebt, liebt auch seine Glaubensgeschwister.
Ich möchte dich dazu auffordern, einmal darüber nachzudenken, was du alles tust und aus welcher Herzenshaltung dienst du den Menschen in deiner Umgebung in Liebe, sei es in Gemeinde, Familie, deinen Arbeitskollegen oder Nachbarn. Was von dem, was du tust, ist schon lange Gewohnheit, ohne Feuer, ohne Liebe? Was von dem ist mittlerweile eine Last? Vielleicht eine, für die du Kraft von oben brauchst oder sogar eine, die du ablegen musst, abgeben musst?
Werde heute ehrlich im Gebet. Sage Gott, wo Enttäuschung, Gewohnheit oder Müdigkeit eingezogen sind und dein Glaubensleben zu einer trockenen Wüste gemacht haben. Prüfe vor ihm dein Herz, ehrlich und schonungslos.
Er macht aus den Scherben deines Lebens ein wunderschönes Mosaikbild. Zu diesem Bild fällt mir das Sprichwort ein: Scherben bringen Glück. Auch wenn dieses Sprichwort nicht so gemeint ist, passt es doch wunderbar. Glücklich sind die, deren Leben vor Gott ein Scherbenhaufen ist. Er macht etwas Neues daraus, zu seiner Ehre.
Gebet um Liebe
Komm vor Gott zur Ruhe und sei ehrlich vor ihm.
Lies die folgenden Fragen nicht nur mit den Augen – sondern als Gebet.
Sprich sie innerlich vor Gott aus und antworte ihm im Herzen ehrlich.
🙏🏻
Herr, was darf ich dir heute übergeben?
Welche Lasten trage ich, die ich nicht länger festhalten muss?
Wo bin ich müde, leer oder innerlich überfordert?
Was drückt auf mein Herz, schon seit langer Zeit?
Herr, wo brauche ich deine Kraft?
Welche Aufgaben haben mir die Freude genommen?
Wo diene ich aus eigener Stärke statt aus deiner Kraft?
Wo ist meine Liebe kalt geworden und braucht dein Feuer neu?
Herr, was ist in mir echt – und was ist Gewohnheit geworden?
Was tue ich aus Liebe zu dir?
Und was tue ich, um gesehen oder anerkannt zu werden?
Wo suche ich Menschen mehr als dich?
Herr, zeige mir mein Herz.
Wo ist meine Liebe zu anderen erkaltet?
Welche Menschen sehe ich nicht mehr mit deinen Augen?
Wen soll ich neu lieben lernen – durch dich?
Bleibe jetzt einen Moment still vor ihm.
Lass seine Gegenwart auf dein Herz wirken.
Gib ihm innerlich alles, was du erkannt hast.
Bitte ihn um Erneuerung, Heilung und neue Liebe.
Und sei offen dafür, dass er dich neu belebt – zurück zur ersten Liebe.
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