„Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir nach.“ (Johannes 10,27)
Heute geht es um das Thema: Gottes Stimme zu suchen und sie zu hören. Jesus selbst vergleicht sich mit einem Hirten, der seine Schafe kennt und führt. Er möchte, dass wir seine Stimme kennenlernen.
Für Schafe ist es überlebensnotwendig, die Stimme ihres Hirten zu kennen. Ein Schaf, das die Stimme seines Hirten nicht kennt, schwebt in großer Gefahr und ist so gut wie verloren.
Nun sind wir keine Schafe im eigentlichen Sinne, und die Stimme unseres Hirten ist nicht akustisch hörbar. Wie können wir denn dann seine Stimme kennenlernen und sie von anderen Stimmen unterscheiden?
Es gibt nur eine Möglichkeit – du ahnst es schon: die Bibel. Die Bibel wird auch das Wort Gottes genannt. Je mehr wir sein Wort lesen, desto besser lernen wir den Charakter Jesu kennen. Wir werden feststellen, dass die Bibel Gottes Stimme ist, also auch die Stimme Jesu. Denn sie widerspricht Jesus in keinster Weise – auch nicht im Alten Testament.
Unser Alltag ist oft laut und voller Ablenkung. Deshalb ist es wichtig, sich bewusst Zeit für Jesus zu nehmen. In der Stille, fern vom Alltagstrubel, haben wir den Raum, sein Wort auf uns wirken zu lassen.
Jesus sagt: „Meine Schafe hören meine Stimme.“ Hier ist ein Hören gemeint, das nicht nur Hinhören, sondern Gehorsam bedeutet. Denn die Schafe folgen ihm nach. Das heißt: sie hören und gehorchen. Wenn du lernst, Jesu Stimme zu hören, dann zeigt sich das also auch durch deine Taten.
„Seid nicht bloß Hörer des Wortes, sondern Täter.“
Jesus lädt uns ein, ihm nicht nur zu vertrauen, sondern auch seinem Wort zu folgen. Wenn du durch das Lesen der Bibel deinen Hirten kennenlernst, dann lernst du gleichzeitig, seine Stimme von den Stimmen dieser Welt zu unterscheiden.
Du wirst erleben, dass Jesus ein guter Hirte ist. Und das wird dein Vertrauen für deine nächsten Schritte stärken.
In dem Bewusstsein, wie gut mein Hirte ist, lasse ich mich gerne Schaf nennen. Schafe sind abhängig von ihrem Hirten. Das ist nichts Negatives. Denn es ist keine Abhängigkeit, die zerstört, sondern eine, die aufbaut, beschützt, bewahrt, versorgt, verbindet, trägt und umsorgt.
Wer möchte nicht auf die Stimme solch eines guten Hirten hören?
Wir haben das Leben nur sehr bedingt im Griff. Wir brauchen Hilfe. Welch eine Gnade, dass unser Schöpfer, der alles weiß und uns geschaffen hat, uns eine Beziehung anbietet und in dieser Beziehung sich hören lässt. Er überlässt uns nicht uns selbst.
In Psalm 23 beschreibt David ein wunderbares Bild. Er selbst war Hirte mit Leib und Seele. Er schreibt: „Dein Stecken und Stab trösten mich.“
Ich habe mich früher gefragt, wie mich zwei Gegenstände, die der Hirte in der Hand hat, trösten können. Ganz einfach: Der Stab war am Ende gekrümmt, sodass der Hirte die Schafe damit auf den Weg zurückziehen konnte oder von Gefahren wegziehen konnte. Und der Stecken war ein kurzer Knüppel, mit dem er wilde Tiere abgewehrt hat.
Das bedeutet also für mich: Mein Heiland führt mich auf den Weg zurück, wenn ich auf Abwege gerate oder mich in Gefahr begebe. Und er wehrt das Böse von mir ab. Er beschützt mich.
Wenn du seine Stimme kennenlernen möchtest, bete die folgende Gebetsanregung.
Gebet – Seine Stimme suchen
Komm vor Gott zur Ruhe und sei ehrlich vor ihm.
Lies die folgenden Fragen nicht nur mit den Augen, sondern als Gebet.
Sprich sie innerlich vor Gott aus und antworte ihm im Herzen ehrlich.
Vater, wo wünsche ich mir heute, deine Stimme klarer zu erkennen?
In welchen Situationen bin ich unsicher, welchen Weg ich gehen soll?
Wo habe ich mich in den vielen Stimmen des Alltags vielleicht verirren lassen?
Welche Gedanken, Worte oder Einflüsse nehmen mir gerade den Blick auf dich?
Wo möchtest du mein Herz neu auf dein Wort ausrichten?
Gibt es einen Bereich, in dem ich weiß, was du sagst, aber noch nicht danach handle?
Wo darf ich lernen, dir im Kleinen treuer zu folgen?
Wem möchtest du mich heute senden, um durch ein Wort der Schrift oder eine Ermutigung Hoffnung zu geben?
Wofür möchte ich dir heute bewusst danken, weil du mich bisher geführt hast?
Bleibe jetzt einen Moment still vor ihm.
Richte dein Inneres neu auf ihn aus und vertraue darauf, dass er führt.
Bitte ihn, dein Herz empfänglich zu machen für sein Wort,
dir Unterscheidung zu schenken zwischen seinen Wegen und fremden Stimmen,
und dich fest in seiner guten Leitung zu bewahren.
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