Was ist Weisheit?

Veröffentlicht am 9. Mai 2026 um 13:57

Was ist Weisheit? Wer ist weise? Hast du den fernöstlichen Dalai Lama vor Augen? Ist ein Mönch, der ein Schweigegelübde abgelegt hat, weise? Ist ein alter Mensch weise? Ein Firmenchef, dessen Firma gut läuft? Oder ein Wissenschaftler oder Erfinder?

Ist Weisheit erreichbar für jeden? Oder ist sie eine Gabe, die nur Einzelnen zuteil wurde? Und woran erkennt man, ob man weise ist?

Wir kennen den weisen König Salomo. Er hat viele Sprüche geschrieben, die heute noch hochaktuell sind. Er war der weiseste, reichste und geehrteste aller Könige Israels. Im Laufe seines Lebens verfasste er über 3000 Sprüche. Ein Teil von ihnen steht in der Bibel.

Salomos Sprüche erwähnen immer wieder das Herz des Menschen. Zum Beispiel in Sprüche 4,23: „Mehr als alles andere behüte dein Herz, denn von ihm geht das Leben aus.“

Jeder kann Weisheit lernen. Aber wie? Die Antwort ist Sprüche 1,7: „Die Furcht des Herrn, also die Ehrfurcht vor dem Herrn, nicht die Angst, ist der Anfang der Erkenntnis. Nur Toren verachten Weisheit und Zucht.“

Die Heilige Schrift ist voller Weisheit, die die Kraft hat, dich zu verändern.

Vor einigen Jahren war ich an einem Punkt, dass ich merkte, mir fehlt die Weisheit. Ich suchte aufrichtig und sehnsüchtig nach ihr. Und da man einen Menschen am besten als weise oder unweise identifizieren kann an dem, was er sagt, beschloss ich, weniger zu reden.

Nach dem Motto: „Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über.“ Nach Lukas 6,45.

Ich lernte folgende Verse auswendig und zitierte sie immer wieder. Sie wurden zu meinem täglichen Gebet: Psalm 141,3 und Sprüche 17,28.

„Herr, stelle eine Wache an meinem Mund und bewahre die Tür meiner Lippen, denn selbst ein Narr wird für weise gehalten, wenn er schweigt, für verständig, wenn er seine Lippen verschließt.“

Und natürlich kannte ich auch den Vers aus Jakobus 1,5: „Wenn es jemand unter euch an Weisheit mangelt, so erbitte er sie von Gott, der jedem gern und ohne Vorwurf gibt, so wird sie ihm gegeben werden.“

Mein Wille war gut und edel, aber ich hatte das Prinzip nicht verstanden: Veränderung geschieht nicht, wenn ich meinen Mund und meinen Leib unter Kontrolle habe.

Folgendes Beispiel soll es bildlich darstellen:

Hinter deinem Schrank ist eine Maus gestorben, die nun fürchterlich stinkt und vor sich hingammelt. Du kaufst dir zig Duftbäumchen, Räucherstäbchen und lüftest immer wieder den Raum. Bei offenem Fenster und dem Duft riecht man es kaum. Doch sobald das Fenster zu ist, bekommst du kaum noch Luft. Es stinkt.

Dir bleibt nichts anderes übrig, als deinen Schrank auszuräumen, zur Seite zu schieben und das Problem zu beseitigen. Dabei wischst du auch den Schrank komplett aus, misstest ihn aus und legst alles wieder ordentlich hinein. Problem beseitigt.

So wie die Duftbäumchen ist es, wenn du nur an den Symptomen arbeitest und nicht an der Ursache, also deinem Herzen.

Diese Ursache kann sehr unterschiedlich aussehen. Bei mir war es vor allem ein falsches Gottesbild und Werksgerechtigkeit. Ich war gut im Regeln halten, doch genau diese religiösen Regeln, Rituale und Traditionen machten mich stolz, selbstgerecht und entfernten mich von Gott.

Frage Gott, was es bei dir sein könnte. Gott möchte an deinem Herzen arbeiten. Er möchte es ungeteilt haben. Dann gilt dir die Zusage aus Jakobus 1,6–8. Gott gibt dem, der ihn um Weisheit bittet, die Weisheit, wenn dieser Mensch im Glauben bittet, ohne zu zweifeln, und ein ungeteiltes Herz hat.

Du siehst, es geht also wieder um Beziehung. Wer mit Gott in Beziehung lebt und sein Wort studiert, bekommt Weisheit.

Weisheit im biblischen Sinn ist nicht Lebenserfahrung, Ausbildung oder Studium. Sie ist das, was du in Beziehung mit deinem Schöpfer lernst und lebst. Sie ist das Ergebnis eines wiedergeborenen Herzens, das weich und formbar bleibt und in der Heiligung lebt.

Wenn Gottes Weisheit dein Herz erfüllt, dann ist es wie ein Wohlgeruch, den du überall verbreitest (wie das Duftbäumchen oder Räucherstäbchen) - nicht weil du es absichtlich tust, sondern weil du es bist.

Wir beten jetzt und danken Gott für die Weisheit und bitten ihn, dass wir in der Weisheit und in der Erkenntnis wachsen können.

 

Gebet

 

Mein himmlischer Vater,

ich sehne mich nach Weisheit. Ich sehne mich nach Freiheit in Christus. Dein Wort sagt mir, dass Weisheit nicht nur für bestimmte auserwählte Personen vorhanden ist, sondern auch für mich zugänglich ist.

Mein Schöpfer, auch du sehnst dich nach deinen Geschöpfen, die du einmal für Gemeinschaft mit dir geschaffen hast. Danke, dass du mich zuerst geliebt hast, als ich noch ein Sünder war. Danke, dass du Jesus geschickt hast, um diese Beziehung zu dir wiederherzustellen.

Ich möchte dein Wort lesen. Ich möchte meine Beziehung zu dir stärken durch das Lesen und Beten. Bitte öffne mein Herz für deine Wahrheit. Deine Wahrheit ist das Licht, das die Lüge aus meinem Herzen vertreibt. Lass mich in der Erkenntnis wachsen. Zeige mir bitte, was mich daran hindert, mein Herz ganz auf dich und deine Wahrheit auszurichten.

Danke, dass ich dich um Weisheit bitten darf und du sie mir gibst, ohne mir einen Vorwurf zu machen. Mein Herz soll dir gehören, ungeteilt und vollkommen dir.

In Jesu Namen. Amen.