„Freut euch im Herrn allezeit; abermals sage ich: Freut euch!“ Philipper 4,4
Paulus schreibt diesen Brief aus dem Gefängnis in Rom. Philippi war die Stadt, in der sich die ersten Christen auf europäischem Boden bekehrten.
Genauer gesagt war es Lydia, die Purpurhändlerin die ursprünglich aus Kleinasien kam.
In Philippi gab es damals keine Synagoge. Paulus und die Brüder trafen am Sabbat Frauen, die sich an einem Fluss zum Gebet versammelt hatten. Lydia hörte aufmerksam zu. Der Herr öffnete ihr das Herz. Sie glaubte und ließ sich taufen.
So entstand die erste Gemeinde in Europa – und sie trafen sich in Lydias Haus.
Das kannst du in Apostelgeschichte 16 nachlesen.
Aus dem Gefängnis heraus sorgt sich Paulus um diese junge Gemeinde und schreibt ihnen diesen Brief. Fast nebenbei bemerkt er im dritten Kapitel, Vers 1:
„Im Übrigen, meine Brüder, freut euch im Herrn! Dass ich euch immer wieder dasselbe schreibe, ist mir nicht lästig; euch aber macht es gewiss.“
Und im vierten Kapitel, Vers 4, schreibt er noch einmal ganz deutlich:
„Freut euch im Herrn allezeit; abermals sage ich: Freut euch!“
Freude ist ein Lebensstil. Das vermittelt uns die Bibel schon im Alten Testament.
Wir müssen uns für wahre Freude entscheiden, denn sie ist nicht nur ein Gefühl.
Freude ist eine Haltung.
Sie ist nicht nur ein kurzes Sich-Freuen, wenn etwas Schönes uns ein wohliges Gefühl schenkt.
Sie ist auch nicht nur die Vorfreude auf ein Ereignis in der Zukunft – wie Urlaub, Hochzeit oder etwas anderes Schönes.
Freude ist etwas, das unser Herz in Christus verankert – in Hoffnung und Glauben.
Die Freude, die Jesus dir schenkt, ist nicht abhängig von Lebensumständen.
Es ist wie mit der Liebe:
Verliebt sein ist ein Hochgefühl. Man ist fokussiert auf die Person, alles andere tritt in den Hintergrund. Doch dieses Gefühl flacht irgendwann ab. Wenn alles gut läuft, geht es in Liebe und Vertrauen über – in einen Zustand, der Bestand hat.
Und trotzdem bleibt Liebe eine Entscheidung – besonders dann, wenn sie auf die Probe gestellt wird. Sie gibt uns Kraft zu vergeben und für die Person zu kämpfen, die wir lieben.
So ist es auch mit der Freude.
Fröhlichsein und Alltagsfreuden sind kein solides Fundament für eine Haltung der Freude.
Ich gehe sogar so weit zu sagen: Jede Freude, die außerhalb von Jesus und dem Evangelium gesucht wird, hat keinen Bestand.
Durch den Glauben an Jesus – durch Gnade, Vergebung, Erlösung und Rechtfertigung – wird Freude in uns verankert. Denn darin haben wir ein Fundament, das nicht mit unseren irdischen Freuden schwankt, sondern stabil bleibt.
Das gibt Sicherheit.
Und wenn deine Lebensumstände dich vom Wesentlichen ablenken, kannst du immer wieder zurückkehren zu der Freude, die du in Jesus hast. Du kannst dich neu dafür entscheiden und dich erinnern:
„Die Freude am HERRN ist eure Stärke.“ (Nehemia 8,10)
Wenn du das begreifst, wirst du dich weniger von Gefühlen leiten lassen und dich tiefer in Freude und Dankbarkeit verankern. Diese beiden gehören zusammen – sie sind unzertrennlich.
Ich wünsche dir und mir dieses Bewusstsein für die Freude, die Gott uns schenken möchte.
Lass uns gemeinsam Gott dafür danken, dass diese Freude da ist und wir sie ergreifen dürfen.
Und ihn darum bitten, dass unser Fokus immer wieder darauf ausgerichtet wird, unsere Freude in ihm zu suchen – denn das ist unsere Stärke.
Gebet
Mein himmlischer Vater,
es fällt mir nicht immer leicht, mich zu freuen.
Ich schaue so oft auf meine Umstände und auf das, was ich nicht habe oder nicht bekomme.
Ich verliere mich in Sorgen und Geschäftigkeit und vergesse dabei, dass alles Gute von dir kommt – und dass selbst das Schwere mir zum Guten dienen muss, weil ich deine Tochter bin.
Herr, diese Wünsche und Sorgen lenken mich von dem ab, was du mir längst geschenkt hast.
Sie machen mich undankbar und unglücklich.
Bitte hilf mir, meinen Fokus darauf zu richten, dass ich in dir das ewige Leben habe –
dass ich durch Jesus eine Beziehung zu dir, meinem Vater, haben darf.
Selbst wenn ich nicht vollständig begreifen kann, was du für mich getan hast, mein Jesus,
will ich mich im Glauben dafür entscheiden, meine Freude in dir zu suchen.
Danke, dass diese Freude da ist und ich sie ergreifen darf.
Ich entscheide mich heute für die Freude, die in dir verwurzelt ist
und meinen Blick auf meinen Schöpfer und Erlöser richtet.
In Jesu Namen.
Amen.
Erstelle deine eigene Website mit Webador