Gottes Gegenwart in schweren Zeiten

Veröffentlicht am 14. Mai 2026 um 23:07

Das Matthäusevangelium berichtet am Ende vom Auftrag Jesu an seine Jünger, bevor er entrückt wurde. Er traf sich mit seinen elf Jüngern in Galiläa auf einem Berg. Dort sahen ihn einige von ihnen zum ersten Mal nach seiner Auferstehung wieder.

Als sie Jesus sahen, warfen sie sich anbetend vor ihm nieder – und Matthäus erwähnt dabei fast nebenbei: Etliche aber zweifelten.

Ich bin mir sicher: Wenn Matthäus wusste, dass etliche zweifelten, dann wusste Jesus es erst recht. Und doch geht Jesus nicht darauf ein. Er tadelt sie nicht und belehrt sie nicht. Stattdessen gibt er ihnen allen denselben Auftrag – auch den Zweiflern. Denn sie alle waren seine Jünger.

In Matthäus 28, 17–20 kannst du das nachlesen:

„Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden. So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles zu halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit. Amen.“

Unser Thema heute ist: Dank für Gottes Gegenwart in schweren Zeiten.

Vor seinem Tod und seiner Auferstehung hatte Jesus seinen Jüngern bereits angekündigt, dass schwere Zeiten auf sie zukommen würden, nachdem er entrückt ist. Das kannst du ausführlich im Markus-Evangelium ab Kapitel 13 nachlesen.

Diese schwere Zeit, die er prophetisch angekündigt hat, erfüllte sich etwa 70 Jahre nach Christus durch die Eroberung Jerusalems durch die Römer und eine heftige Christenverfolgung.

Aber diese Prophetie spricht auch von der letzten Zeit, in der wir leben, und von einer Zeit, die noch kommen wird – besonders von der Zeit nach der Entrückung der Gemeinde und Jesu Wiederkommen in Macht und Herrlichkeit.

Auch wenn wir keine Christenverfolgung erleben wie in anderen Ländern, stoßen wir doch immer wieder an Grenzen. Wenn wir nach dem biblischen, von Gott gegebenen Maßstab leben, begegnet uns oft Widerstand.

Viele Menschen vertreten ihre eigene Wahrheit. Doch die absolute Wahrheit, die uns das Wort Gottes zeigt, wird von der Welt häufig nicht angenommen.

Wenn du von Jesus oder deinem Glauben erzählst, wirst du nicht immer auf Verständnis stoßen.

Aber ganz gleich, was geschieht: Jesus hat dir versprochen, bei dir zu sein – jeden Tag. Nicht nur an den Tagen, an denen du es fühlst oder glauben kannst. Auch an den Tagen, an denen du zweifelst.

Jesus sagt: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“
Johannes 20:29

Alles, was du um deines Glaubens willen entbehren oder erleiden musst, gehört zu dem Kreuz, von dem Jesus sprach, dass wir es auf uns nehmen sollen.

Doch auch alles andere Leid, das dir in dieser Welt begegnet, ist deinem himmlischen Vater nicht gleichgültig.

Auch wenn wir dem körperlichen Verfall ausgesetzt sind und Krankheit, Schmerz, Sünde und Tod diese Welt prägen, betrifft uns das letztendlich nur vorübergehend.

Denn durch die Wiedergeburt haben wir das ewige Leben schon jetzt.

Der Tod ist nicht unsere Endstation, und das Leid ist nicht unsere Identität – auch wenn es uns manchmal tief trifft.

Möge Gott deinen Glauben stärken, damit du alles Leid aus der Perspektive des Himmels sehen kannst. Es ist begrenzt, aber dein Leben in ihm ist ewig – und du bist nicht allein damit.

Dein Herr ist bei dir.

Asaf schreibt in Psalm 73, Vers 26:

„Wenn mir auch Leib und Seele vergehen, so bleibt doch Gott ewiglich meines Herzens Fels und mein Teil.“

Und Asaf kannte das Evangelium noch nicht einmal. Wie viel mehr darfst dann du als Tochter Gottes diesen Vers voller Gewissheit aussprechen.

Sei gesegnet. 🙏

 

Gebet

Mein Herr und mein himmlischer Vater,
ich danke dir von ganzem Herzen, dass Jesus zu seinen Jüngern – und damit auch zu mir – gesagt hat:
"Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit."
(Matthäus 28,20)
Danke, dass dein Wort so viel über das Ende der Weltzeit sagt und über das, was auf uns Christen zukommt. Und danke, dass es zugleich so viel Hoffnung und Zuversicht schenkt – die Gewissheit, dass du bei uns bist, dass du uns nicht verlässt und dass du das Werk, das du in uns begonnen hast, auch vollenden wirst.
Danke für das Evangelium. Danke für Jesus, der am Kreuz auf Golgatha für meine Sünden gestorben und auferstanden ist. Danke, dass ich das im Glauben annehmen darf.
Mein Vater, ich bringe dir all mein Leid. Ich bitte dich, steh mir bei. Stärke meine Identität in dir, damit nicht das Leid mich bestimmt, sondern ich es mit deiner Hilfe durchstehen kann – fest in dir verwurzelt.
Danke, dass du mich liebst, mein himmlischer Vater.
Hilf mir, eine Jüngermacherin zu sein, damit ich anderen Menschen von dir erzählen kann – von der Hoffnung, die in mir lebt –, sodass auch sie diese Wahrheit erkennen, die du uns in deinem Wort geschenkt hast.
Vater, ich lege nicht nur mein eigenes Leid vor dich, sondern auch das Leid dieser Welt. Besonders bitte ich dich für meine Brüder und Schwestern, die Verfolgung erleiden. Erhalte ihren Glauben, stärke sie und hilf ihnen, dir treu zu bleiben – selbst dann, wenn es sie alles kostet. Sei du ihnen gnädig, mein Vater.
Stärke auch meinen Glauben. Danke, dass meine Zweifel für dich kein Hindernis sind und dass du mich trotzdem gebrauchen kannst.
Ich liebe dich, mein Vater.
In Jesu Namen,
Amen.

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