Erstes Wunder - Das Wunder zu Kana

Veröffentlicht am 17. Mai 2026 um 21:30

Das erste Wunderzeichen Jesu war die Verwandlung von Wasser zu Wein bei der Hochzeit in Kana. Johannes 2,1–11. Dieses Wunderzeichen, das im Gegensatz zu den anderen Wundern, die Jesus tat, so bedeutungslos scheint, war in Wirklichkeit unglaublich wichtig.

Für wen? Für den Bräutigam, um seinen Ruf zu retten? Oder für den Verlauf der Hochzeit, damit die Stimmung nicht kippt? Oder war es “nur” ein Versorgerwunder?

( Immerhin waren es ca. 600 Liter Wein. Und natürlich war es “auch” ein Versorgerwunder. Das bestimmt der beste Wein, den je ein Mensch getrunken hat.)

Lange Zeit habe ich mir diese Frage gestellt.

Ich begriff nicht, wie Jesus sich um so etwas scheinbar belangloses kümmern konnte, bis ich folgendes verstand:

Bei diesem Wunder, Wasser zu Wein, geht es nicht in erster Linie um den Wein und auch nicht um den Bräutigam, nicht um dessen Ruf und auch nicht um die Stimmung der Gäste.

Weißt du, warum ich den Schlüssel, den Sinn dieses Wunders nicht erkannte? Weil ich auf das Wunder selbst fokussiert war. Dadurch entging mir etwas Wesentliches.

Der Schlüssel, sozusagen der Sinn, weshalb Jesus dieses Wunder tat, steht in Johannes 2,11: „Diesen Anfang der Zeichen machte Jesus in Kana in Galiläa und ließ seine Herrlichkeit offenbar werden; und seine Jünger glaubten an ihn.“

Wozu hat Jesus also dieses Zeichen getan?

Um seine Herrlichkeit zu offenbaren, damit seine Jünger an ihn glauben!

Verstehst du den Unterschied? Es geht hier nicht in erster Linie um den Gegenstand des Wunderzeichens.

Jesus hätte sofort als erstes ein großes Wunder tun können, einen Menschen von den Toten erwecken zum Beispiel. Doch Er begann mit einem unscheinbaren Wunder, und kaum jemand bemerkte überhaupt, was geschehen war. Niemand außer seiner Mutter, seinen Jüngern und den Dienern, die das Wasser in die Krüge schöpften, das dann zu Wein wurde, bekam dieses Wunder mit.

Kein großes Aufsehen und doch verfehlte dieses Wunder seine eigentliche Wirkung nicht, nämlich Jesu Herrlichkeit zu offenbaren, damit seine Jünger an ihn glaubten.

Ich wünschte, ich könnte es besser in Worte verpacken, was mein Herz beim Lesen dieses Wunders ergreift und begreift.

„Und seine Jünger glaubten an ihn.“

Woran glaubten sie? Dass er ein Magier ist, ein Zauberer oder einfach nur ein Wundertäter?

Nein, denn sie glaubten schon vorher, dass er der Messias ist.

(Johannes 1,29–36) Johannes der Täufer bezeugt, dass Jesus das Lamm Gottes ist, das die Sünden der Welt hinwegnimmt.

Johannes bezeugt auch, dass Jesus der Sohn Gottes ist. (Johannes 1,34.)

Zwei der Jünger des Johannes hörten dessen Zeugnis über Jesus und folgten Jesus nach. Einer dieser Jünger war Andreas, der Bruder von Simon Petrus.

Andreas findet Petrus und sagt, (Johannes 1,41): „Wir haben den Messias gefunden“ (das heißt den Gesalbten).

Und etwas später sagt Nathanael zu Jesus: „Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel.“

Mit seinem ersten unscheinbaren Zeichen bestätigte Jesus also, dass er der verheißene Messias ist.

Grade deshalb tat er alle seine Wunder, große und kleine. Sei es das Wasser zu Wein, ein Feigenbaum, der verdorrte, Gelähmte, die gingen, Taube, die hörten, Blinde, die sahen, eine verdorrte Hand, die heilte, böse Geister, die auf sein Wort hin die Menschen verließen.

Alle diese Wunder geschahen in erster Linie für einen bestimmten Zweck.

Und diesen Zweck beschreibt Johannes am Ende seines Evangeliums so, (Johannes 20,30–31): „Noch viele andere Zeichen tat Jesus nun vor seinen Jüngern, die in diesem Buch nicht geschrieben sind. Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus, der Sohn Gottes ist, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.“

Damit ihr glaubt und durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.

Das Wunder in Kana war also seine öffentliche Offenbarung seiner Herrlichkeit.

Für seine Jünger, die vorher schon glaubten, dass er der Messias ist, war dieses Wunder viel mehr als nur ein Wunder. Dadurch wurde ihr Glaube gefestigt, dass Jesus wirklich der verheißene Christus (Messias) ist.

Weißt du, warum mich dieses Wunder so begeistert? Weil es scheinbar so unscheinbar ist. Weil Jesus sich um solche Belanglosigkeiten kümmert. Weil sein Ziel ein viel höheres ist, als ich es mir je vorstellen kann.

Bei Seinen Wundern ging es nie in erster Linie um das Wunder an sich. Es ging immer um Ihn, um den Messias, und um den Vater, der ihn gesandt hat, um die Verherrlichung des Vaters, wie Jesus es selbst sagt.

Gott hat Jesus diese Herrlichkeit gegeben. (Johannes 17,24): „…damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast.“

Jesu Ziel war die Verherrlichung seines Vaters. (Johannes 17,4): „Ich habe dich verherrlicht auf Erden; ich habe das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, damit ich es tun soll.“

Mit diesem Wunder Jesu, das nichts mit dem Thema Heilung zu tun hat, möchte ich dich auf das Wesentliche einstimmen und dir vor Augen malen, wozu Jesus Wundertaten tat und wie Er sie tat, an welchen Menschen, wie Er mit ihnen kommunizierte, was Ihm bei seinen Wundern wichtig war.

Ich möchte mit dir zusammen unseren Jesus besser kennenlernen. Ich möchte verstehen, wie wichtig Ihm die Beziehung zu uns Menschen war und ist. Ich möchte aus den Texten Jesu Charakter sichtbar machen. Ich möchte aufzeigen, wie wichtig Ihm jeder einzelne Mensch war, den Er heilte. Welche Liebe und welches Mitgefühl Er mit jedem einzelnen Menschen hatte. In all diesen Wundern und allen Begegnungen mit den Menschen offenbarte Jesus das liebende Vaterherz Gottes.

Möge Gott groß gemacht werden. Möge Jesus nicht nur auf Seine Wunder reduziert werden, sondern dass wir das große Ganze erkennen, das Er durch sie wirken wollte.

(Denn genau das war das Problem der Menschen damals, als sie die Wunder Jesu sahen. Er wurde zum “Wundertäter” degradiert. Sie sahen weniger den Messias in ihm. Sie wollten geheilt werden. Jesus wurde zur Attraktion.)

Jesus selbst sagt, nachdem Er gerade viele Kranke geheilt und Dämonen ausgetrieben hatte und die Menschen Ihn festhalten wollten, weil sie Seine Wunder sahen:

„Und Er spricht zu ihnen: Lasst uns in die umliegenden Ortschaften gehen, damit ich auch dort verkündige; denn dazu bin ich gekommen.“ (Markus 1,38)

Wenn deine Bewunderung und Liebe zu deinem Erlöser durch diese Wochen wächst, wenn dein Vertrauen und Glaube gestärkt werden, wenn deine Beziehung zu Ihm vertieft wird, wird es meine größte Freude sein.

Das ist mein Gebet.