„Und er stand auf und ging aus der Synagoge in das Haus des Simon. Simons Schwiegermutter aber war von einem heftigen Fieber befallen, und sie baten ihn für sie. Er trat zu ihr, neigte sich über sie und befahl dem Fieber, und es verließ sie, und sogleich stand sie auf und diente ihnen.“ (Lukas 4,38–39)
Dieses Heilungswunder steht als Drittes auf meiner Liste.
Eigentlich wollte ich es überspringen. Es schien mir zu gering. Ein kleines Heilungswunder, meiner Meinung nach, zu wenig sensationell.
Doch dann hielt ich inne.
Zu wenig sensationell? Jetzt dachte ich genauso wie die Menschen zu Jesu Zeit. Viele wollten Zeichen und Wunder von ihm sehen, weil er für sie ein Wundertäter war, eine Sensation.
Dieser Gedanke beschämte mich.
So schaute ich mir den Kontext an. Denn es kann ja nicht sein, dass dieses Heilungswunder nur deshalb aufgeschrieben wurde, weil es Petrus’ Schwiegermutter war. Warum also war dieses Heilungswunder so wichtig, dass drei von vier Evangelien darüber berichten?
Zuerst holte ich die Informationen zu diesen zwei Versen heraus.
Jesus und seine Jünger befanden sich in Kapernaum, in Galiläa, Petrus’ Heimatstadt. (Lukas 4,31)
Zuvor war Jesus mit den Jüngern in einer Synagoge und hat einen unreinen Geist ausgetrieben.
Direkt danach gingen Jesus und die Jünger zu Petrus. Petrus war also verheiratet und die Schwiegermutter wohnte bei ihm. Welch ein Segen für seine Frau, denn Petrus war ja dauernd mit Jesus unterwegs. So hat die Schwiegermutter sicherlich ihrer Tochter beigestanden, mit angepackt, vielleicht auf Kinder aufgepasst und bei vielen anderen Dingen geholfen.
Nun hatte diese Schwiegermutter also Fieber. Auf den ersten Blick nichts Besonderes, oder? Fieber geht in den meisten Fällen irgendwann vorbei.
Die medizinisch bewandten Leserinnen schmunzeln wahrscheinlich gerade. Ich musste mich daran erinnern, was das Fieber mit mir gemacht hatte, als ich 2021 Corona hatte. So harmlos war das nicht, aber Fieber an sich ist doch keine Krankheit, oder? Es ist doch nur ein Symptom.
Ich recherchierte und fand heraus, dass die Menschen zu der Zeit Jesu Fieber als eine Krankheit für sich sahen. Deshalb also steht hier das Fieber im Vordergrund. Sicherlich hatte die Schwiegermutter nicht nur Fieber.
Jesus trat an ihr Lager, neigte sich über sie und befahl dem Fieber und es verließ sie.
Und sogleich, hier steht wieder das kleine Wörtchen sogleich, stand sie auf und diente ihnen.
Am Schreibrand meiner Bibel habe ich vor einigen Jahren folgende Notiz geschrieben:
„Wenn Jesus sein Wort mit Vollmacht spricht, dann ist man nicht ein bisschen gesund, sondern ganz. Sie konnte ihnen dienen.“
Als mich damals mein Fieber nach Tagen verließ, brauchte ich Wochen, um wieder etwas zu tun und arbeiten zu gehen.
Deshalb glaube ich, dass Jesus, indem er dem Fieber befahl, diese Frau ganz heilte. Nicht nur das Symptom Fieber, sondern auch die Ursache. Denn sie stand auf und diente ihnen.
Dieses kleine Heilungswunder ist doch nicht so klein, wie ich erst dachte.
Im nächsten Beitrag berichte ich darüber, dass dieses Heilungswunder sogar noch viel größer und wichtiger ist, als ich es jetzt beschrieben habe. Denn die Schwiegermutter des Petrus wurde Zeugin von etwas Größerem, das sie vom Bett aus so nicht hätte miterleben können.
Ich musste daran denken, wie wichtig es vor allem in unserem geistlichen Leben ist, dass nicht nur Symptome, sondern auch die Ursache geheilt wird.
Und genau das ist die Heilung, die Jesus dir anbietet.
Er sieht dein Herz. Er verändert und heilt von innen nach außen. Das ist nicht nur Heilung und Heiligung, sondern Beziehungsarbeit mit Jesus.
Er will nicht zum Beispiel nur dein Benehmen verändern, sondern die Wurzel dessen, was dein Benehmen beeinflusst: dein Herz.
Diese Heilung wird er dir nicht aufzwingen, aber anbieten. Du kannst dich auf den Weg machen in die Heilung, in die Beziehung mit Jesus und damit in die Heiligung.
Sehnst du dich danach? Bitte ihn darum.
Sein Angebot steht.
„Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch. Reinigt die Hände, ihr Sünder, und heiligt eure Herzen, die ihr geteilten Herzens seid.“ (Jakobus 4,8)
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