Austreibung eines unreinen Geistes - und Heilung vieler Kranker

Veröffentlicht am 26. Mai 2026 um 23:48

Ich habe letztes Mal über die Schwiegermutter des Petrus geschrieben. Ich erwähnte, dass sie durch die Heilung Zeugin etwas Größerem werden durfte. Heute möchte ich darüber berichten.

Auch wenn diese Heilung der Schwiegermutter des Petrus ziemlich am Anfang der Evangelien beschrieben wird, steht doch vorher, dass Jesus Galiläa durchzog, in den Synagogen lehrte, ihnen das Evangelium verkündigte und alle Krankheiten und Gebrechen im Volk heilte. Sein Ruf verbreitete sich in ganz Syrien und sie brachten alle Kranken zu ihm. (Matthäus 4,23–25)

Bevor Jesus die Schwiegermutter des Petrus heilte, lesen wir Folgendes, das ich in eigenen Worten wiedergeben möchte.

Jesus war vorher in seiner Heimatstadt Nazareth in Galiläa. In Nazareth hatte er in der Synagoge verkündigt, doch sie glaubten nicht an ihn. Sie sagten: „Ist das nicht Josefs Sohn?“ Hier sagte Jesus folgenden Spruch:

„Kein Prophet ist anerkannt in seinem Vaterland.“ (Lukas 4,24)

Zuletzt stießen sie ihn sogar zur Stadt hinaus und wollten ihn von einem Berg hinunterstürzen. Doch Jesus ging mitten durch die Menge hindurch und zog weiter.

Danach kam er nach Kapernaum (in Galiläa). Am Sabbat lehrte er in der Synagoge. In dieser Synagoge war ein Mann mit einem unreinen Geist, also einem Dämon. Dieser Dämon erkannte Jesus und schrie:

„Lass ab! Was haben wir mit dir zu tun, Jesus, du Nazarener? Bist du gekommen, um uns zu verderben? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes!“ (Lukas 4,34)

Jesus befahl diesem Dämon zu schweigen und aus dem Mann herauszufahren. Die Menschen in der Synagoge waren entsetzt. Sie fragten einander:

„Was ist das für ein Wort, dass er mit Vollmacht und Kraft den unreinen Geistern gebietet und sie  ausfahren?“ (Lukas 4,36)

Und auch hier steht, dass sein Ruf sich in alle Orte der umliegenden Gegend verbreitete.

Nachdem er den Dämon ausgetrieben hatte, stand Jesus auf und ging direkt zu Simons Haus. Dort heilte er die Schwiegermutter des Petrus und fand hier Unterkunft. Die Schwiegermutter diente ihm und den Jüngern.

Doch die Heilung des Besessenen in der Synagoge sprach sich währenddessen schnell herum wie ein Lauffeuer.

Wir lesen, dass sie bei Sonnenuntergang alle, die Kranke hatten, diese zu Jesus brachten. Er legte jedem von ihnen die Hände auf und heilte sie. Es fuhren auch Dämonen aus. Und wie bei dem Besessenen in der Synagoge zuvor, schrien auch diese Dämonen:

„Du bist der Christus, der Sohn Gottes!“ (Lukas 4,41)

Jesus befahl ihnen zu schweigen.

Das alles geschah im Haus des Petrus, in dem auch die Schwiegermutter wohnte und nun all dieses live miterleben durfte. Das Wunder der Heilungen, die Freude der Geheilten, die Tränen der Dankbarkeit und der Erleichterung. Welch ein bewegender Abend voller Emotionen und Glück. Jeden konnte Jesus heilen, der zu ihm kam.

Das Matthäusevangelium berichtet an dieser Stelle, dass sich hier die Prophezeiung aus Jesaja 53 erfüllte.

„Fürwahr, er hat unsere Krankheiten getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen.“ (Jesaja 53,4)

Diese Prophezeiung spricht von dem kommenden Messias. Er litt und starb stellvertretend für die Sünden der Menschen.

Ich weiß nicht, wie kurz Jesu Nacht war nach diesen ganzen Heilungen, denn am nächsten Morgen, als es noch dunkel war, stand Jesus alleine auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten.

Petrus und die anderen Jünger suchten ihn und fanden ihn, denn es waren wieder viele Menschen gekommen, um von ihm geheilt zu werden. Die Jünger sagten zu Jesus:

„Jedermann sucht dich!“ (Markus 1,37)

Als die Volksmenge ihn dann fand, wollten sie ihn zurückhalten, damit er nicht von ihnen wegginge.

Hier wurde mein Herz beim Lesen traurig. Wie schön ist es mit Jesus. Er war da. Hoffnung war da. Der Messias war da. Ach, wenn er doch bleiben würde. Wäre ich unter diesen Menschen gewesen, ich hätte ihn unter Tränen gebeten zu bleiben.

Doch seine Antwort war:

„Ich muss auch den anderen Städten das Evangelium vom Reich Gottes verkündigen; denn dazu bin ich gesandt.“ (Lukas 4,43)

Jesus ging weiter und verkündigte in den Synagogen von Galiläa.

Welchen Eindruck hat er wohl in Kapernaum hinterlassen? Viele geheilte Menschen auf jeden Fall, die glücklich waren.

Ich dachte dabei an Glück, das dadurch entsteht, wenn man etwas Besonderes erlebt oder bekommen hat. Als Kind zum Beispiel ein Geburtstagsgeschenk, das man sich so sehr gewünscht hat. Nach einigen Tagen oder Wochen verfliegt dieses Glücksgefühl, dieses Hochgefühl. Man gewöhnt sich an das, was man sich so sehr gewünscht hatte, und es wird selbstverständlich. Man freut sich schon auf Weihnachten, auf das nächste Geschenk und auf das nächste Hochgefühl.

Wie viele von diesen geheilten Menschen waren auf diese Art glücklich? Wie viele von ihnen haben aber Jesus als den Messias erkannt und glaubten nun an ihn?

Viele Menschen heute glauben noch, dass Jesus sie heilen kann, wollen aber nicht in eine tiefe, hingegebene Beziehung mit ihm. Nicht nur damals, auch heute ist Jesus für viele eine Art Wunschautomat, ein Wundertäter. Sie wollen nehmen: Glück, Gesundheit, Geld — alles ganz selbstverständlich. Aber wehe, etwas gerät in Schieflage, dann ist Gott plötzlich ungerecht und das Leid oder die Krankheit scheinbar unverdient.

In einer Beziehung mit Jesus findest du wahres Glück — nicht gebunden an Umstände oder Zustände. Du findest Frieden, der den Verstand übersteigt.

Innerhalb dieser Beziehung, die aus Glauben, Vertrauen und Hoffnung lebt, stellst du keine Ansprüche.

Stattdessen erkennst du, wenn du verstanden hast, dass alles Gnade ist, die Größe, Souveränität und Erhabenheit deines Schöpfers, der gleichzeitig dein Vater und treuer Freund ist.

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