Gnade

Veröffentlicht am 7. Juni 2026 um 21:41

„Das ist das Wort des HERRN an Serubbabel: Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist!, spricht der HERR der Heerscharen. Wer bist du, großer Berg? Vor Serubbabel sollst du zur Ebene werden! Und er wird den Schlussstein hervorbringen unter lautem Zuruf: Gnade, Gnade mit ihm!“ (Sacharja 4,6–7 Schlachter 2000)

Ein ungewöhnlicher Vers für eine Morgenandacht, oder?

Ich liebe diesen Vers. Er ist so lebendig und ermutigend und so lebensnah.

Es geht hier um Serubbabel, der den Tempel in Jerusalem wieder aufbauen sollte. Unter großen Widrigkeiten. Der Wiederaufbau stockte. Viele Menschen waren entmutigt, weil die Schwierigkeiten groß waren und die Mittel begrenzt. Diese Worte sprach Gott durch den Propheten Sacharja zu Serubbabel, um ihn zu ermutigen.

Wie können wir diese Verse, die ursprünglich an Serubbabel gerichtet waren, auf uns anwenden?

Ganz einfach: indem wir den Blick von uns selbst weg und auf Gott richten. Der Gott, der durch Sacharja seinem Knecht Serubbabel diese Zusage gab, ist immer noch derselbe.

Wenn Gott heute Menschen beruft, eine Sache für ihn zu tun, handelt er noch immer nach demselben Prinzip. Welches Prinzip?

Dass er niemanden mit einer großen Aufgabe betraut und ihn dann in seiner eigenen Kraft wirken lässt.

Kennst du den Spruch: „Gott beruft nicht die Fähigen, sondern befähigt die Berufenen“?

Gott gibt seine Ehre niemandem. Deshalb lässt er seine Kinder immer wieder erfahren, dass seine Kraft in den Schwachen mächtig ist. Wenn Gott durch uns Dinge tut, die über unsere natürlichen oder erlernten Fähigkeiten hinausgehen, erkennen wir: Wir sind nur Werkzeuge in seiner Hand.

Wer das erlebt hat, weiß, wie schön es ist, Teil dessen zu sein, was Gott tut.

Mit dem Berg, von dem Sacharja spricht, ist ein Hindernis gemeint, das Serubbabel an der Vollendung des Tempelbaus hinderte. Gott sagt: Das Hindernis mag wie ein riesiger Berg erscheinen, aber vor meinem Wirken wird es zur Ebene.

Und er verspricht, dass Serubbabel dieses Werk auch vollenden wird:

„Und er wird den Schlussstein hervorbringen unter lautem Zuruf: Gnade, Gnade mit ihm!“

Der Zuruf lautet nicht: „Ehre, Ehre Serubbabel!“

Die Menschen werden erkennen, dass die Vollendung des Werkes nicht seiner Fähigkeit, sondern Gottes Gnade zu verdanken ist.

Diese Gnade kann man hier in einen kurzen Satz zusammenfassen: Gott ist mit ihm.

Gott selbst sagt: „Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist.“

 

Was ist dein Berg?

Wo bist du über deine eigenen Fähigkeiten hinaus herausgefordert?

Wo kämpfst du im Namen Gottes für eine gute Sache? Für Frieden in der Familie? Für die Wiederherstellung zerbrochener Beziehungen? Für deine Ehe? Im Gebet für verlorene Menschen, die dir am Herzen liegen? Für Ehrlichkeit am Arbeitsplatz? Oder noch etwas anderes?

Wenn du weißt, dass Gott mit dir ist – weil du seine Berufung klar erkannt hast oder weil du nach seinem Willen und zu seiner Ehre handelst –, dann verlasse dich auf ihn.

Gott sendet dich in der Kraft seines Geistes. Nicht durch menschliche Macht oder Kraft.

Der Berg vor dir ist nicht größer als der Gott, der dich berufen hat. Er wird sich darum kümmern.

Seine Gnade ist mit dir.

Und wenn Gott dir den Anfang einer Sache schenkt, wird er auch für die Vollendung sorgen. Darauf weist der Schlussstein hin, den Serubbabel eines Tages unter dem Ruf „Gnade, Gnade!“ hervorbringen sollte.

 

Gebet 

Mein himmlischer Vater, du siehst meinen persönlichen Berg, die Herausforderungen vor mir und die Grenzen meiner eigenen Kraft.

Ich danke dir, dass ich nicht aus meiner eigenen Stärke leben muss, sondern in deiner Kraft stehen darf. Dein Geist ist mit mir, und deine Gegenwart trägt mich.

Hilf mir aufzuhören, aus mir selbst heraus zu kämpfen. Bewahre mich davor, mich auf meine Fähigkeiten und Gaben zu verlassen, und lehre mich, dir zu vertrauen.

Denn mein Berg – was auch immer er ist – ist für dich kein Hindernis. Du kannst ihn zur Ebene machen, auf deine Weise und zu deiner Zeit. So wird sichtbar, dass du in meinem Leben wirkst und dir allein die Ehre gebührt, weil alles Gnade ist.

Begleite mich durch diesen Tag.

Öffne mir die Augen dafür, wo ich aus eigener Kraft handle, und ersetze meine Anstrengungen durch Vertrauen, Glauben und Ruhe in dir.

Dir vertraue ich. Dir gebe ich die Ehre.

Amen.

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