Barmherzigkeit

Veröffentlicht am 9. Juni 2026 um 23:24

„Wer seine Schuld verheimlicht, dem wird es nicht gelingen; wer sie aber bekennt und lässt, der wird Barmherzigkeit erlangen.“ Sprüche 28,13

Kennst du den Unterschied, besser gesagt das Zusammenspiel von Gnade und Barmherzigkeit?

In Psalm 103 schreibt David:

„Barmherzig und gnädig ist der HERR, geduldig und von großer Güte.“

Barmherzig bedeutet: Gott beschenkt dich mit dem, was du nicht verdient hast. Gnädig bedeutet: Gott verschont dich vor dem, was du verdient hättest.

Natürlich ist das nur vereinfacht ausgedrückt. Auch die Gnade Gottes beschenkt uns mit Dingen, die wir nicht verdient haben. In diesem Zusammenhang meine ich mit Gnade vor allem, dass Gott den Sünder vor dem Gericht verschont, das er verdient hätte. Barmherzigkeit und Gnade gehören zusammen und lassen sich nicht immer klar voneinander trennen.

Das heißt, ganz einfach gesagt: Gott gibt dir, was du nicht verdient hast, und verschont dich vor dem, was du verdient hättest.

Warum schreibt Salomo, der Sohn Davids, dass der, der seine Schuld bekennt und lässt, Barmherzigkeit erlangen wird?

Ganz einfach: Wer seine Schuld verheimlicht, dem wird es nicht gelingen. Ist das so? Vor Menschen vielleicht. Da können wir sogar Schuld mit ins Grab nehmen. Vor Gott aber nicht. Vor Gott wird es uns nicht gelingen, unsere Schuld zu verheimlichen.

Salomo sagt: „Wer sie aber bekennt und lässt …“

Bekennen allein reicht nicht aus. Wir müssen die Sünde lassen.

Natürlich sündigen wir jeden Tag aufs Neue. Das Sündigen an sich können wir nicht lassen, denn jeden Augenblick kämpft unsere sündige Natur gegen die geistliche Natur, das Fleisch gegen den Geist, so beschreibt es Paulus.

Ich denke, hier geht es um Sünde als Lebensstil. Wir sollen sündige Verhaltensweisen bekennen und ablegen und neue anlegen. Sündige Gewohnheiten sollen wir nicht nur lassen, sondern durch gute Gewohnheiten ersetzen. Denn wenn du eine Gewohnheit nicht bewusst durch eine andere ersetzt, besteht das Risiko, dass du wieder in alte Muster zurückfällst.

Prüfe dein Handeln. Bekenne deine Sünden und bringe sie vor Gott. Wer seine Schuld nicht versteckt, sondern ehrlich zu ihm kommt, wird erfahren, wie barmherzig Gott ist.

Du musst nichts verbergen. Gott kennt dein Herz bereits. Komm heute mit allem zu ihm und vertraue auf seine Barmherzigkeit. Sie ist größer als dein Versagen.

 

Gebet

 

Mein himmlischer Vater, ich danke dir für deine Barmherzigkeit. Ich danke dir für das Geschenk der Vergebung. Ich danke dir, dass ich mit meiner Schuld jederzeit zu dir kommen darf.

Herr, manchmal vergesse ich, dass du diese Schuld ja sowieso kennst und siehst und dass du mit offenen Armen auf mich wartest, um mir zu vergeben. Diese Vergebung, die du mir anbietest, bringt Befreiung in mein Herz, Erleichterung und Frieden. Sie stärkt meine Beziehung zu dir.

Ja, Herr, du möchtest mich mit deiner Barmherzigkeit beschenken. Es liegt an mir, dir meine Sünden zu bekennen und sie zu lassen.

Ich bitte dich: Öffne mir die Augen, wo ich Veränderung brauche, wo ich Gewohnheiten ablegen und durch gute Gewohnheiten ersetzen soll.

Bitte führe mich heute durch diesen Tag. Schenke mir ein dankbares Herz für deine Barmherzigkeit und auch ein bußfertiges Herz, das empfänglich ist für deinen Geist, der mich in die Wahrheit leiten möchte.

In Jesu Namen, Amen.