Die Bibel ist voller Lieder. Barak und Debora sangen ein Lied. Mose schrieb Lieder für das Volk über Gottes Größe und seine Führung mit dem Volk. Das Volk Israel hat immer wieder Lieder gesungen. Singen und Musik sind in der Bibel immer wieder Thema. Auch die Psalmen sind überwiegend Lieder. Und selbst in der Offenbarung steht prophetisch, dass Johannes sah, wie eine große Menge vor dem Herrn stand und sang.
Singen berührt die Seele und verbindet Menschen miteinander, die gemeinsam singen.
In gesungener Form lassen sich Texte viel besser und tiefer einprägen. Ich glaube, deshalb schrieb Mose die Geschichte des Volkes Israel als ein Lied – ein Lied, das sie von Generation zu Generation weitergaben und sangen.
Im vierzigsten Psalm schreibt David, dass Gott ihm ein neues Lied in seinen Mund gab. Und auch wir werden einst, wenn wir vor dem Thron des Höchsten stehen, ein neues Lied singen.
Psalm 40,4: „Und er gab mir ein neues Lied in meinen Mund, ein Lob für unseren Gott. Das werden viele sehen und sich fürchten und werden auf den Herrn vertrauen.“
David, der Mann nach dem Herzen Gottes, so wird er in der Bibel genannt.
Über kaum eine andere Person der Bibel erfahren wir so viele Details aus deren Leben wie bei David. Doch Gott bringt David zu Ehren – nicht wegen seiner Leistung oder weil David ein fehlerloser Mensch war, sondern wegen Gottes Gnade und weil David ein bußfertiges Herz hatte, das sich immer wieder zu Gott zurückwandte.
Sein Leben ist sozusagen ein Liederbuch geworden: die Psalmen. Der sensible, kreative und dichterisch begabte David schrieb seine Klagen, Gedanken, Loblieder und Geschichten auf.
Die Psalmen geben uns Worte im Leid, die aus unserer Seele sprechen. Worte, die uns oft fehlen, wenn unsere Seele weint, wenn der Tränenfluss erstarrt, wenn Gedanken durcheinanderwirbeln, wenn der Seelenschmerz uns betäubt.
In den Psalmen habe ich oft Worte gefunden, die meine Seele beten konnte.
Der Psalm 40 ist mir besonders lieb geworden. Eine Freundin las ihn mir zu meinem 40. Geburtstag vor. Dieser Psalm ist wie ein Aufatmen nach Depression und Ängsten. Wenn die Erstarrung nachlässt, wenn Hoffnung aufkeimt, dann wächst die Dankbarkeit über Gottes Führung durch das Leid – und Gott verleiht der Seele wieder Worte.
Ich lese die ersten vier Verse aus dem 40. Psalm aus der Übersetzung „Hoffnung für alle“ vor.
Dieser Psalm spricht mir direkt aus dem Herzen.
„Ein Lied von David. Voll Zuversicht hoffte ich auf den Herrn, und er wandte sich mir zu und hörte meinen Hilfeschrei. Ich war in eine verzweifelte Lage geraten – wie jemand, der bis zum Hals in einer Grube voll Schlamm und Kot steckt! Aber er hat mich herausgezogen und auf festen Boden gestellt. Jetzt haben meine Füße wieder sicheren Halt. Er gab mir ein neues Lied in meinen Mund, einen Lobgesang für unseren Gott. Das werden viele Leute hören, sie werden den Herrn wieder achten und ihm ganz neu vertrauen.“ Psalm 40:1-4 HFA
Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du immer wieder Kraft in den Psalmen findest und dass du aus ihnen lernst, mit Gott zu reden.
Du kannst die Psalmen auch beten. Die Psalmisten haben ihre Lieder und Gebete, die sie aufgeschrieben haben, oft sehr mutig formuliert – so mutig, wie wir es manchmal oder sogar oft nicht wagen. Deshalb ist es sehr empfehlenswert, auch die Psalmen zu beten.
Hab einen gesegneten Tag, und möge heute ein Lob auf Gott dein Lied sein, das dich durch diesen Tag begleitet.
Gebet nach Psalm 40
Geduldig hoffe ich auf die Hilfe des Herrn, und er wandte sich mir zu und hörte mein Schreien.
Er rettete mich aus dem Sumpf der Verzweiflung, aus Matsch und Schlamm. Er stellte mich auf festen Boden und gab meinen Füßen festen Halt.
Er legte mir ein neues Lied in meinen Mund, mit dem ich unseren Gott loben kann. Viele werden sehen, was er getan hat, und darüber staunen. Sie werden dem Herrn vertrauen.
Glücklich ist der, der auf den Herrn vertraut und nicht den Stolzen und den Lügnern glaubt.
Herr, mein Gott, du hast so viele wunderbare Taten getan, und deine Vorhaben sind so zahlreich. Du bist mit niemandem zu vergleichen. Wenn ich versuchen wollte, all deine wunderbaren Taten aufzuzählen, würde ich kein Ende finden.
Du hast mir offene Ohren geschenkt. Deinen Willen will ich gerne tun, mein Gott, denn dein Gesetz ist tief in mein Herz geschrieben.
Was du getan hast, will ich nicht für mich behalten. Ich will von deiner Treue und deiner Hilfe erzählen. Vor der ganzen Gemeinde will ich von deiner Gnade und Treue berichten.
Herr, du wirst mir auch weiterhin gnädig sein, denn deine Gnade und Treue sind meine einzige Hoffnung.
Wenn mich Unglück von allen Seiten bedroht, meine Sünden sich vor mir auftürmen, sodass ich den Weg vor mir nicht mehr sehe, werde ich mutlos, denn meine Sünden sind zahlreicher als die Haare auf meinem Kopf.
Herr, bitte rette mich. Komm schnell und hilf mir.
Schütze mich vor denen, die mich erniedrigen und bloßstellen und die sich über mein Unglück freuen. Sie sollen über ihre eigene Schande entsetzt sein – alle, die mir Unglück wünschen.
Alle, die deine Nähe suchen, sollen sich jedoch freuen und über dich jubeln. Die dein Heil lieben, sollen immer wieder rufen: Der Herr ist groß!
Bin ich auch arm und elend, der Herr wird für mich sorgen.
Du bist mein Helfer und mein Retter, mein Gott. Zögere nicht länger.
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