„Seht hin, ich mache etwas Neues. Jetzt sprosst es hervor. Seht ihr es nicht? Ich bahne einen Weg durch die Wüste und lasse Flüsse in der Einöde entstehen“ (Vers 19).
Im 43. Kapitel Jesaja spricht Gott zu seinem Volk Israel, das sich im Exil befindet. In der letzten Andacht haben wir die ersten Verse dieses Kapitels unter dem Thema „Vertrauen“ betrachtet.
In Vers 5 sagt Gott durch Jesaja zu Israel: „Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir.“ Dann verspricht Gott, dass er sein Volk aus allen vier Himmelsrichtungen sammeln wird, aus der Ferne und aus allen Winkeln der Erde. Alle, die nach seinem Namen benannt sind, die er zu seiner Ehre gemacht hat, die er gebildet und geschaffen hat. (Vers 7)
„Ihr seid meine Zeugen!", spricht der Herr. ,,Und ihr seid mein Diener, den ich erwählt habe. Ihr seid dazu auserwählt, mich zu kennen, an mich zu glauben und zu erkennen, dass ich allein Gott bin“ (Vers 10).
Diese Erwählung ist die höchste Auszeichnung, die es gibt. Stell dir vor, Gott würde zu dir sagen: ,,Ich habe dich erwählt, mich zu kennen, an mich zu glauben und zu erkennen, dass ich allein Gott bin." Was für eine Ehre, oder? Wenn du Tochter Gottes bist, dann gilt dir genau das. Genau dazu bist du erwählt.
In den weiteren Versen spricht Gott über sich selbst:
„Es gibt keinen anderen Gott, der vor mir erschaffen worden wäre, und auch nach mir wird es keinen geben. Ich allein bin Herr. Es gibt keinen anderen Retter. Ich habe es verkündigt und euch wissen lassen, und ich bin nicht fremd unter euch, und ihr seid meine Zeugen, dass ich der einzige Gott bin, spricht der Herr. Ja, von jeher bin ich derselbe, und niemand kann aus meiner Hand erretten.
Ich wirke, wer will es abwenden?“ (Verse 10-13)
Der Gott, der immer noch derselbe ist, hat sein Volk nicht vergessen. Sie befinden sich in Babylonien im Exil, unterdrückt von einem Volk, das ihren Gott nicht kennt, und von einem König, der sie knechtet.
Und doch sagt Gott: „Ich bin der Herr, euer Heiliger, Israels Schöpfer und König.“
Der damalige König in Babel hieß Kyrus. Doch für Gottes Volk war es immer noch Gott, der ihr König war, unabhängig davon, ob sie nun in Israel oder im Exil waren.
Und dann erinnert Gott sie daran, wie er sie in der Vergangenheit gerettet hat.
Ab Vers 16 heißt es: „So spricht der Herr, der einen Weg durch das Meer bahnte, einen trockenen Pfad durch die mächtigen Fluten. Ich rief Streitwagen und Pferde, Heer und Befehlshaber herbei und ließ sie umkommen, damit sie nie mehr aufstehen. Sie wurden ausgelöscht und sind wie ein Docht verglommen.“
Erkennst du in diesen Versen Gottes Erinnerung an die Herausführung Israels aus Ägypten?
Nachdem Gott sie an seine mächtigen Taten mit ihnen erinnert, ihnen gesagt hat, dass er sie sammeln wird und dass sie auserwählt sind, ihn zu erkennen, und dass er ihr König ist, spricht er in den folgenden Versen so ermutigend, hoffnungsvoll und gleichzeitig tröstend:
„Denkt nicht mehr daran, was war, und grübelt nicht mehr über das Vergangene.“ (Vers 18)
Interessant! Gott hat sie doch eben selbst an ihre Vergangenheit erinnert. Diese Erinnerung sollte in ihnen Vertrauen und Hoffnung geweckt haben. Warum sollen sie jetzt nicht mehr über ihre Vergangenheit grübeln?
Weil Gott etwas Neues mit ihnen vorhat. Deshalb sollen sie sich von dem Grübeln über die Vergangenheit lösen. Sie sollen nicht wehmütig darüber nachdenken, was einmal war.
Ja, Gottes Weg mit ihnen war gewaltig und voller Wunder.
Doch jetzt sind sie im Exil. Selbst verbockt, oder? Sie haben Gott so oft verärgert, waren untreu und haben anderen Göttern gedient.
Aber Gott geht ihnen dennoch nach und kümmert sich um sie. Er sehnt sich nach ihnen und streckt sich nach seinen Auserwählten aus. Warum? Weil er seinen eigenen Verheißungen treu ist. Er steht zu seinem Wort. Er lässt sein auserwähltes Volk nicht fallen.
Jetzt sagt Gott: Es reicht! Genug getrauert und gegrübelt.
„Seht hin, ich mache etwas Neues. Jetzt sprosst es hervor. Seht ihr es nicht? Ich bahne einen Weg durch die Wüste und lasse Flüsse in der Einöde entstehen“ (Vers 19).
Der Gott, spricht ihnen Hoffnung zu.
Er sagt: ,,Jetzt sprosst es hervor."
Ganz zart, kaum erkennbar, aber es beginnt. Jetzt geht es los.
„Ich bahne einen Weg durch die Wüste." Der Weg entsteht gerade, ganz frisch und zart und in der Einöde entstehen Flüsse.
Dieses Bild zeigt: Auch wenn es nicht gewaltvoll und übermächtig geschieht, nicht mit einer donnernden Stimme vom Himmel oder einem Feuerhagel auf die Feinde, ist Gott am Werk. Er bereitet vor. Bald werden sie es erkennen.
Ich liebe diese Verse. Sie sind meine ganz persönliche Zusage geworden, weil auch ich zu Gottes auserwähltem Volk gehöre,
weil ich seine Tochter bin und an Jesus Christus glaube.
Unser Leben ist oft ein Auf und Ab, mal intensiv, mal entspannt. Manchmal spitzen sich Situationen zu, eins kommt zum anderen,
und das Leben scheint wie im Exil, wie in einer Wüste oder Einöde ohne Straßen und Ströme.
Dann schauen wir zurück auf das, was Gott in unserem Leben schon getan hat, und wissen, dass er alles kann. Wir wissen, dass er einen übernatürlichen Weg mit uns gegangen ist und dass ihm nichts zu schwer ist – auch in Zukunft nicht.
Er, der die Naturgesetze geschaffen hat, kann diese für seine Zwecke außer Gefecht setzen.
Daran glauben wir, ohne mit der Wimper zu zucken.
Glaubst du aber auch, dass Gott in deinem Leben wirkt, wenn es scheinbar aussichtslos ist? Wenn die Krankheit unheilbar ist, wenn die Schulden in einer Insolvenz enden, die Ehe nicht mehr zu retten ist und das Kind von seiner unüberlegten Entscheidung nicht mehr abzubringen ist?
Glaubst du, dass Gott etwas Neues wirken kann? Ganz anders als bisher? Seine Möglichkeiten sind niemals ausgeschöpft.
Er geht neue Wege mit dir.
Er muss nicht noch einmal das Rote Meer teilen, den Jordan stauen oder Manna vom Himmel schicken. Er wird vielleicht nicht mehr dramatisch eingreifen, wie er es einmal getan hat, aber er ist am Werk – zart und fast unsichtbar.
Er hat einen Weg für dich.
Wenn du seine Tochter bist und an Jesus Christus glaubst, dann schreibt er seine Geschichte mit dir. Deine Geschichte.
Diese Geschichte wird einzigartig sein, so wie du einzigartig bist.
Vertraue ihm. Dein Vater hat Möglichkeiten ohne Grenzen.
Er gebe dir offene Augen und einen offenen Geist, um seine Wege in deinem Leben zu erkennen und im Vertrauen und Glauben zu wachsen.
Sei gesegnet!
Gebet
Mein himmlischer Vater,
ich danke dir so sehr für diese Zusage, dass du etwas Neues in meinem Leben schaffst und ich sie auch ganz persönlich auf mich beziehen darf.
Herr, selbst wenn mein Leben manchmal wie eine Sackgasse aussieht, wenn ich nur die Probleme sehe und denke, dass mir hier niemand mehr helfen kann, bist du doch da. Und wenn ich manchmal denke: Ich bin gespannt, wie Gott das macht, bin ich immer wieder überrascht, wie du in meinem Leben wirkst. Wie du mich aus schwierigen Situationen herausführst oder mich mitten in schwierigen Situationen veränderst. Du veränderst mein Denken, schenkst mir übernatürlichen Frieden, und ich darf mit dir Ruhe, Frieden und Geborgenheit erleben, auch wenn noch nicht alles gut ist.
Herr, ich möchte diese Zusage auch für mein Leben annehmen: Du kannst und willst immer wieder Neues schaffen. Ich will darauf vertrauen, dass du mit mir niemals an deine Grenzen kommst und immer Möglichkeiten hast.
Du, mein Vater, hast die Naturgesetze geschaffen und kannst sie in einem Augenblick außer Kraft setzen. Das weiß ich. Und du hast es in der Geschichte mit deinem Volk Israel schon oft gezeigt. Für dich ist nichts unmöglich.
Danke, dass ich dir vertrauen darf. Ich glaube, dass du auch in meinem Leben etwas Neues schaffen kannst, dass du in meiner Wüste Wege bahnst und Ströme entstehen lässt.
Danke für deine Gnade.
Amen.
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