Vertrauen

Veröffentlicht am 11. Oktober 2026 um 21:21

„Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein. Wenn du durchs Wasser gehst, so will ich bei dir sein, und wenn du durch Ströme gehst, so sollen sie dich nicht ersäufen. Wenn du durchs Feuer gehst, sollst du nicht versengt werden, und die Flamme soll dich nicht verbrennen. Denn ich bin der HERR, dein Gott, der Heilige Israels, dein Erretter. Ich habe Ägypten hingegeben als Lösegeld für dich, Kusch und Saba an deiner Stelle. Darum, weil du kostbar bist in meinen Augen und wert geachtet und ich dich lieb habe, so gebe ich Menschen für dich hin und Völker für dein Leben. Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir.“

(Jesaja 43,1–5)

Diese Verse sind dir bekannt, oder? Einige Sätze daraus finden wir auf Postkarten, Lesezeichen, Tassen und vielem mehr. Ja, es sind wundervolle Worte voller Trost, Liebe und Ermutigung.

Dennoch habe ich diese Andacht mit dem Wort Vertrauen überschrieben. Wundert dich das?

Nachdem ich das 43. Kapitel Jesajas auseinandergenommen und auf mein Leben bezogen betrachtet habe, war ich mir sicher: Vertrauen ist hier das richtige Stichwort.

Zuerst muss gesagt werden, dass Jesaja diese Worte natürlich nicht zu dir und mir gesagt hat, sondern ausdrücklich zum Volk Israel, das sich zu dieser Zeit im babylonischen Exil befand.

Wie kommt es dann, dass wir Verse daraus entnehmen und uns gegenseitig zusprechen? Lass uns einmal in den Text eintauchen und schauen, was dieser Text wirklich hergibt und warum es legitim ist, Verse aus Jesaja auf uns zu beziehen.

Im ersten Vers erinnert Gott Israel daran, dass er es geschaffen und gebildet hat. Die Israeliten, die sich aktuell im Exil befinden, hören Gottes liebevolle Worte: Hab keine Angst, ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein.

Israel hat seinen Namen von Gott persönlich bekommen, und Gott hat es persönlich zu einem Volk auserwählt und geschaffen.

In den weiteren Versen sagt Gott ihnen, dass er bei ihnen ist, wenn sie durchs Wasser und durch Ströme gehen, die sie nicht ersäufen sollen. Selbst wenn sie durchs Feuer gehen sollten, werden sie nicht versengt oder verbrannt werden. Denn Gott nennt sich ihren Retter.

Und dann sagt Gott: „Ich habe Ägypten hingegeben als Lösegeld für dich, Kusch und Saba an deiner Stelle.“

Über diese Verse bin ich immer wieder gestolpert. Deshalb habe ich diesmal recherchiert und Folgendes herausgefunden: Gott meint damit, dass er andere Völker den Persern preisgab, während er Israel Rettung und Befreiung schenkte. Ägypten, Kusch und Saba als Lösegeld bedeutet bildlich, dass Gott diese Länder anstelle Israels dahingab, um sein Volk zu bewahren.

Gott sagt: „Weil du kostbar bist in meinen Augen und wert geachtet und ich dich lieb habe, so gebe ich Menschen für dich hin und Völker für dein Leben. Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir.“

Ich finde, Vertrauen braucht Gründe, oder? Vertrauen muss wachsen.

In manchen Fällen vertrauen wir uns aber auch jemandem an oder vertrauen jemandem, den wir nicht kennen. Und wenn wir es tun, dann können wir uns anvertrauen oder vertrauen, weil wir zum Beispiel wissen: Der Pilot fliegt schon länger, der Busfahrer ist erfahren, der Chirurg kennt sein Handwerk. Dann vertrauen wir diesen Menschen, auch wenn es uns das Leben kosten könnte. Oft, weil es eigentlich keinen anderen Ausweg gibt, als uns im Vertrauen auf diese Menschen zu verlassen.

Vertrauen schenkt Ruhe. Ruhe aus dem Wissen, dass diese Menschen wissen, was sie tun.

Das Volk Israel befand sich also im Exil. Gott war der Einzige, der es herausführen konnte. Gott erinnert sein Volk hier also daran, was er kann und dass er das halten kann, was er verspricht.

Das können die Israeliten an ihrer eigenen Geschichte mit Gott erkennen. Wenn sie darüber nachdenken: Der Auszug aus Ägypten, die Überquerung des Roten Meeres oder des Jordans – das waren keine Märchen. Das war ihre eigene Geschichte mit Gott.

Gott möchte ihr Vertrauen stärken, indem er sie an seine Treue in der Vergangenheit erinnert.

Warum können wir also diese Verse auf uns beziehen?

Weil dieses Kapitel das Wesen Gottes zeigt. Gott ist immer noch derselbe. Seine Treue, Liebe und Fürsorge für seine Auserwählten sind immer noch dieselben.

Wenn du an Jesus glaubst und eine Tochter Gottes bist, bist auch du seine Auserwählte, seine Tochter.

Natürlich können wir diese Verse nicht eins zu eins auf unser Leben übertragen, aber wir können auf unserem Weg mit Gott zurückschauen. Vertrauen entsteht auch dadurch, dass wir uns erinnern, wer Gott ist.

Der Gott, der damals treu war, hat sich nicht verändert. Das bedeutet nicht, dass Gott jede Situation genauso lösen wird wie in der Vergangenheit. Aber wir dürfen seinem Wesen, seiner Treue und seinen Verheißungen vertrauen.

Wenn die Gegenwart uns verunsichert und die Zukunft im Dunkeln liegt, dürfen wir auf unseren Weg mit unserem Herrn zurückblicken und uns erinnern: Gott war treu, seine Geschichte mit uns ist noch nicht zu Ende.

Wenn du auf deine eigene Vergangenheit zurückblickst, auf deinen Weg mit Gott, auf alles Gute, das er in deinem Leben bewirkt hat, und vor allem auf das Erlösungswerk Jesu Christi, durch das du Gottes Kind werden durftest, dann darf dich das daran erinnern: Du bist in Gottes Hand, und er hat auch deine Zukunft im Blick.

Und wenn er in der Vergangenheit für dich gesorgt hat und du sein Kind bist, warum sollte er dann nicht auch deine Zukunft in seinen Händen halten?

Sei gesegnet!

 

 

Gebet

Mein himmlischer Vater, ich danke dir dafür, dass ich dir vertrauen darf und dass du vertrauenswürdig bist.

Wenn ich auf meinen Weg mit dir zurückschaue, darauf, wie du mich befreit und erlöst, zu deinem Kind gemacht und von aller Schuld befreit hast, wie du mir in schwierigen Situationen meines Lebens geholfen und mir übernatürlichen Frieden geschenkt hast, selbst in Situationen, die kaum auszuhalten waren, dann bin ich voller Dankbarkeit und Vertrauen.

Auch wenn ich nicht weiß, was heute geschieht, und schon gar nicht, was morgen sein wird, weiß ich, dass ich dir vertrauen darf. Ich bin nach deinem Vorsatz berufen und auserwählt. Deshalb vertraue ich aus tiefstem Herzen darauf, dass mir alles zum Guten dienen muss.

Herr, solange ich in dieser Welt bin, geschehen Dinge, die scheinbar nicht gut sind. Und manchmal habe ich Angst um meine Gesundheit, um meine Zukunft und um meine Liebsten.

Bitte hilf mir, meinen Blick immer wieder von diesen Dingen abzuwenden und auf dich zu richten: auf dich, der meinen Namen kennt, der mich berufen und auserwählt und mich zu seiner Tochter gemacht hat.

Danke für deine Liebe, mein Vater.

In Jesu Namen. Amen.

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