„Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“ (1. Johannes 1,9)
Was steht zwischen dir und Jesus?
Hast du Gewohnheitssünden? Schwachstellen in deiner Disziplin? Bitterkeit, Unvergebenheit, Zorn, Neid oder Hass?
Vieles tun wir einfach. Manches halten wir einfach aus und merken gar nicht, wie sehr uns Gewohnheiten, Menschen, Medien, Süchte und vieles mehr an sich binden. Entweder kommt die Sünde schleichend, sodass wir uns an sie gewöhnen, oder sie war schon immer da, sodass wir sie gar nicht mehr hinterfragen.
Vielleicht merkst du immer wieder: Da ist etwas nicht in Ordnung zwischen mir und Gott. Irgendetwas steht zwischen uns. Hast du eine leise Ahnung, was es sein könnte?
Wenn wir unsere Sünden bekennen – und nicht nur einmal. Wir haben es immer wieder nötig, unsere Sünden zu bekennen. Warum? Weil Gott sie uns vergibt und uns von aller Ungerechtigkeit reinigt.
Er ist treu und gerecht.
Diese Kombination ist so gewaltig, denn er ist auch seiner Gerechtigkeit treu. Das bedeutet, dass Gott Sünde richten wird, weil er gerecht ist und seiner Gerechtigkeit treu bleibt. Es bedeutet aber ebenso, dass er treu die Sünden vergibt – immer und immer wieder. Denn er ist allen seinen Verheißungen treu.
Denkst du: „Ich kann nicht schon wieder mit dieser Sünde kommen und um Vergebung bitten?“ Warum nicht? Glaubst du, dass Gott dir nicht mehr vergibt?
Ich glaube, das denken die wenigsten von uns. Die meisten schämen sich eher für ihre Sünden, vor allem, wenn es immer wieder dieselben sind.
Doch diese Scham wird zu deinem Gefängnis und trennt dich von der Beziehung zu deinem Schöpfer. Denn in deiner Scham schaust du auf dich selbst, auf dein eigenes Versagen, und bist traurig über dich selbst. Deine Gedanken kreisen nur noch um dich. Du drehst dich um dein eigenes Versagen, anstatt den Blick wieder auf Jesus zu richten.
Gott ist anders als wir Menschen. Er hat Jesus für deine Sünden sterben lassen, damit du durch den Glauben an Jesus das ewige Leben hast und durch das Sündenbekenntnis Vergebung empfängst.
Gott zeigt niemals mit dem Finger auf dich, um dich zu beschämen oder niederzumachen.
Wir Menschen tun das leider oft miteinander: „Weißt du noch, was du letzten Sommer getan hast?“
Und unser Feind, der Widersacher, tut es ebenfalls. Er erinnert uns gerne an unsere Schattenseiten und an Sünden, die längst vergeben sind. Er tut das, um uns klein zu halten. Wir sollen uns für unsere vergangenen und gegenwärtigen Sünden schämen, bloß mit niemandem darüber reden und sie schon gar nicht bekennen.
Er lässt uns glauben, dass niemand außer uns solche Kämpfe, sündigen Gewohnheiten oder Süchte hat. Damit isoliert er uns, und wir hängen wie ein zappelnder Fisch an seiner Angel.
Solange du dich um dich selbst drehst, ist es, als wärst du in einem Spiegelkabinett. Wohin du dich auch wendest, siehst du nur dich selbst – entstellt und hässlich.
Bei Jesus ist es anders.
Du kannst diesen Kreislauf aus Schuld, Scham und Selbstanklage durchbrechen, indem du dich demütigst und ihm deine Schuld bekennst.
Der Spiegel, den Gott uns vorhält, ist klar und sauber. Das Spiegelbild allerdings kann durch die Sünde entstellt sein. Damit möchte ich sagen: Gott zeigt dir deine Sünden durch den Heiligen Geist, der in dir wohnt. Er hält dir den Spiegel nicht anklagend vor, sondern in Liebe und überführend. Nicht, um dich zu zerstören, sondern um dein Herz zu heilen.
„Denn die gottgewollte Betrübnis bewirkt eine Buße zum Heil, die man nicht bereuen muss; die Betrübnis der Welt aber bewirkt den Tod.“(2. Korinther 7,10)
Trau dich, in diesen Spiegel zu schauen und tue Buße zu deinem eigenen Heil.
Wo und was ist dieser Spiegel?
Die Antwort steht in Jakobus 1,23–25:
„Denn wer nur Hörer des Wortes ist und nicht Täter, der gleicht einem Mann, der sein natürliches Angesicht im Spiegel anschaut; denn er betrachtet sich und läuft davon und hat bald vergessen, wie er gestaltet war. Wer aber hineinschaut in das vollkommene Gesetz der Freiheit und darin bleibt, dieser wird als Täter des Werkes nicht ein vergesslicher Hörer sein, sondern glückselig sein in seinem Tun.“
Ganz klar: Das Wort Gottes ist dieser Spiegel. Wenn du die Bibel liest, schaust du in diesen Spiegel und siehst dein Herz, wie es wirklich ist. Du erkennst deine Sünden, kannst sie bekennen und Vergebung empfangen.
Doch oft benutzen wir lieber einen kleinen Handspiegel: einen Tagesvers, eine kurze Andacht oder eine kurze Predigt. Das alles ist gut und wertvoll, keine Frage.
Aber in die Tiefe der Wahrheit – vor den Ganzkörperspiegel – kommst du nur durch das Lesen der Bibel und durch die Beziehung zu deinem Schöpfer.
Dadurch wächst Selbsterkenntnis und es entsteht Veränderung, die die Bibel Heiligung nennt.
In dieser Veränderung werden dein Blick und deine Herzenseinstellung neu ausgerichtet, damit du Jesus ähnlicher wirst.
„… indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens …“ (Hebräer 12,2)
Gebetsanregungen
Bitte Gott, dir durch sein Wort und den Heiligen Geist zu zeigen, ob etwas zwischen dir und Jesus steht.
Bekenne ihm ehrlich deine Sünden und nenne sie beim Namen. Vertraue darauf, dass er treu und gerecht ist und dir vergibt.
Bitte Gott, dich von Schuld, Scham und Selbstanklage zu befreien und deinen Blick wieder auf Jesus zu richten.
Übergib ihm Gewohnheitssünden, Süchte, Bitterkeit, Unvergebenheit, Zorn, Neid oder andere Bereiche, in denen du Veränderung brauchst.
Bitte den Herrn um ein weiches, demütiges Herz, das bereit ist, sich von ihm korrigieren und verändern zu lassen.
Bitte Gott um Freude am Lesen seines Wortes. Bitte ihn, dass die Bibel für dich zu einem Spiegel wird, der dein Herz offenlegt und dich näher zu Jesus führt.
Danke Jesus für sein Opfer am Kreuz, für die Vergebung deiner Sünden und für seine unveränderliche Treue.
Erstelle deine eigene Website mit Webador