Für unsere Lieben beten

Veröffentlicht am 7. Juli 2026 um 22:54

In den folgenden Tagen möchten wir für unsere Lieben beten.

Gewöhnlich legen wir in unseren Gebeten den Schwerpunkt darauf, für Ungläubige zu beten – für diejenigen, die sich noch nicht bekehrt haben, ihre Sünden noch nicht bekannt und Jesus noch nicht als ihren Retter und Herrn angenommen haben.

Es gibt aber eine Personengruppe, die mindestens ebenso sehr Gebet braucht. Das sind Menschen, die die Vergebung ihrer Schuld durch Bekehrung und Sündenbekenntnis empfangen haben, danach aber irgendwo oder irgendwie hängengeblieben sind.

Man erkennt kaum geistliches Wachstum oder die Frucht des Geistes. Manchmal hat man den Eindruck, dass das persönliche Gebets- und Bibellesen kaum stattfindet. Manche von ihnen kämpfen mit geistlicher Müdigkeit oder sind im Glauben stehengeblieben. Andere leben tatsächlich ein Doppelleben.

Einerseits sind sie treue Kirchenbesucher, andererseits aber auch irgendwie Weltmenschen. Sie geben sich Mühe, sich christlich zu verhalten und gute Werke zu tun, scheitern jedoch immer wieder daran und resignieren oder sind frustriert.

Viele von ihnen leiden, oft still, weil sie sich schämen, sich jemandem anzuvertrauen.

Vielleicht bist du selber in dieser Lage oder jemand, den du liebst und der dir nah am Herzen liegt.

Wie viele Ehefrauen erleben genau das bei ihren Ehemännern? Diese Frauen leiden still. Still, weil sie seinen Ruf nicht schädigen wollen, weil sie denken: „Mir glaubt das sowieso niemand. Er ist doch so aktiv in der Gemeinde.“

Sie leiden und polieren seine Fassade gemeinsam mit ihm. Die Angst, dass alles auffliegt, dass die Fassade bröckelt und die Maske fällt, ist groß.

So leiden diese Frauen, werden still und ziehen sich von anderen zurück.

Oder sie beginnen, die Arbeit des Heiligen Geistes zu übernehmen. Mit frommen Sprüchen und Bibelstellen ermahnen sie ihren Mann und hoffen, so sein Gewissen zu erreichen und Veränderung zu bewirken.

Aber statt etwas Gutes zu bewirken, zerstören sie oft, vielleicht mit jedem erhobenen Zeigefinger, die zarte Pflanze, die gerade anfängt zu wachsen, oder zertreten den keimenden Samen.

Es ist, als würden wir immer wieder in eine Pfütze springen, die gerade klar geworden ist. Durch unser Eingreifen wird alles wieder trüb und der Klärungsprozess beginnt von vorne.

Ja, manchmal bewirkt eine Ermahnung, dass sein Herz sich verschließt und sogar verbittert.

Du denkst jetzt vielleicht: Erst soll ich nicht den Heiligen Geist spielen und jetzt zerstöre ich sogar den keimenden Glauben? Dieser Einwand ist gerechtfertigt.

Doch du bist nicht die Retterin deines Mannes. Du bist nicht der Messias.

Du als Frau hast einen großen Einfluss auf ihn – positiv wie negativ. Das zeigt uns die Bibel von Anfang an immer wieder, leider meistens an negativen Beispielen.

Paulus schreibt:

„Gleicherweise sollen auch die Frauen ihren eigenen Männern untergeordnet sein, damit, wenn auch etliche sich weigern, dem Wort zu glauben, sie ohne Wort gewonnen werden durch den Wandel der Frauen, wenn sie euren in Furcht keuschen Wandel ansehen.“
(1. Petrus 3,1–2 Schlachter 2000)

Ich glaube, dass wir aus diesem Abschnitt ein geistliches Prinzip lernen können. Nicht nur im Umgang mit ungläubigen Ehepartnern, sondern auch mit Menschen, die zwar bekehrt sind, aber Erweckung und Neubelebung brauchen, kann ein glaubwürdiger Wandel oft mehr bewirken als viele Worte.

Das bedeutet nicht, dass jede Ermahnung falsch wäre. Auch liebevolle Ermahnung hat ihren Platz. Doch wir brauchen die Weisheit des Heiligen Geistes, um zu erkennen, wann es Zeit ist zu reden und wann Schweigen das größere Werk Gottes geschehen lässt.

Vielleicht ist das Feuer ihrer Liebe zu ihrem Heiland erloschen. Vielleicht haben Probleme und Sorgen im Beruf oder in Beziehungen sie so beschäftigt und gelähmt, dass sie sich nach und nach von Jesus entfernt haben.

Vielleicht konnten sie trotz ihrer Bekehrung eine bestimmte Sünde oder Sucht nicht loslassen und leiden unter diesem Doppelleben.

Vielleicht wurden sie aber auch enttäuscht, weil ihnen jemand versprochen hatte: Mit Jesus wird alles gut. Du wirst erfolgreich, reich, beliebt und gesund.

Jesus selbst hat so nicht gepredigt.

„Die Füchse haben Gruben und die Vögel des Himmels Nester; aber der Sohn des Menschen hat nichts, wo er sein Haupt hinlegen kann.“
(Matthäus 8,20 Schlachter 2000)

„Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen sei, Frieden auf Erden zu bringen. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.“
(Matthäus 10,34 Schlachter 2000)

„In der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!“
(Johannes 16,33 Schlachter 2000)

„Denn euch wurde, was Christus betrifft, die Gnade verliehen, nicht nur an ihn zu glauben, sondern auch um seinetwillen zu leiden.“
(Philipper 1,29 Schlachter 2000)

Schweigen bedeutet allerdings nicht, schwere Sünde, Missbrauch oder Unrecht zu decken. In solchen Situationen kann es notwendig und richtig sein, Hilfe zu suchen und Dinge ans Licht zu bringen.

Es ist traurig, wie vieles uns und unsere Lieben, unsere Ehemänner, unsere Söhne und Töchter von der Fülle im Heiligen Geist abhalten kann.

Wir schauen zu und leiden mit. Und dieses Leid ist real und schwer.

Dieser Kampf ist ein geistlicher Kampf um die Herzen der erlösten Kinder. Er findet in der unsichtbaren Welt statt.

Vorgestern habe ich über den Willen Gottes gesprochen. Weißt du, was ebenfalls ganz sicher sein Wille ist? Dass Menschen frei werden, dass Erlöste neu belebt werden, dass Christen Erweckung erleben, dass ihre Beziehung zu ihm wieder lebendig und heil wird.

Deshalb dürfen wir dieses Anliegen vollmächtig zu ihm bringen und um Erweckung und Neubelebung beten.

Gott kann und will sie – nach seinem Willen und zu seiner Zeit – und auch uns neu beleben und zu einer Fülle im Heiligen Geist und zu einer tiefen Beziehung mit ihm führen.

Leg die geistlichen Bettelkleider des Unglaubens und der Hoffnungslosigkeit ab. Du bist eine Königstochter. Du darfst mit Freimütigkeit zu deinem Vater kommen.

Lasst uns im Gebet den himmlischen Thron für unsere Lieben bestürmen. Lasst uns um Weisheit bitten, wann es Zeit ist zu reden und wann es Zeit ist, besser zu schweigen.

Vor allem lasst uns beten.

 

„Und bitte den Gott unseres Herrn Jesus Christus, den Vater der Herrlichkeit, euch den Geist der Weisheit und Einsicht zuschenken, damit eure Erkenntnis Gottes immer größer wird. Ich bete, dass eure Herzen hell erleuchtet werden, damit ihr die wunderbare Zukunft, zu der er euch berufen hat, begreift und erkennt, welch reiches und herrliches Erbe er denGläubigen geschenkt hat.“

(Neues Leben. Die Bibel, Epheser 1,17–18)

 

Gebet 

 

Dass Jesus ihnen groß und kostbar wird.

Dass sie seine Herrlichkeit erkennen.

Dass Gottes Liebe ihr Herz erreicht.

Dass ihre Beziehung zu Jesus neu belebt wird.

Dass sie mit dem Heiligen Geist erfüllt werden und geistlich wachsen.

• Dass Gott ihnen Weisheit und geistliche Einsicht schenkt.

• Dass ihre Herzen erleuchtet werden und sie ihre Hoffnung in

Christus neu erkennen.

Dass verborgene Bindungen, Sünde oder Enttäuschungen ihrKraft verlieren und sie in die Freiheit Jesu kommen.

Dass sie Freude an Gottes Wort und am Gebet finden.

Dass ihre erste Liebe zu Jesus neu entfacht wird und sie ihm von ganzem Herzen nachfolgen.