„Bleibt in mir, und ich bleibe in euch. Gleich wie die Rebe nicht von sich selbst aus Frucht bringen kann, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.“ (Johannes 15,4–5, Schlachter 2000)
„Getrennt von mir könnt ihr nichts tun.“
Dieser Satz hat enorme Aussagekraft.
Eine Rebe ist der frische, grüne Trieb, der am knorrigen Stamm wächst und an dem die Frucht – die Weintraube – entsteht. Dieser dünne Trieb kann nicht von sich selbst aus Frucht bringen. Er muss mit dem Stamm verbunden bleiben, damit der Lebenssaft durch die Rebe bis in die Frucht fließt.
Jesus ist dieser Stamm, der auch Weinstock genannt wird. Er ist knorrig, rustikal und gewunden. Im Winter sieht es oft so aus, als wäre kein Leben mehr in ihm. Umso erstaunlicher ist es jedes Frühjahr, wenn plötzlich die frischen grünen Reben austreiben. Bei mir im Garten geschieht das später als bei den meisten anderen Pflanzen. Manchen Frühling dachte ich schon, der Weinstock hätte den Winter nicht überlebt. Umso schöner ist es, wenn er wieder grün wird.
Sobald die Reben Fruchtansätze haben, schneide ich die Triebe ohne Fruchtansätze zurück. Das ist wichtig, damit die Kraft der Pflanze in die fruchttragenden Reben fließt und die Trauben groß und süß werden.
Wenn ich eine Rebe mit Fruchtansatz abbrechen und in die Erde stecken würde, sie düngen und regelmäßig gießen würde, ginge sie trotzdem ein. Denn in sich selbst hat sie keine Kraft. Sie kann weder sich selbst noch ihre Frucht versorgen.
So ist es auch mit uns. Ohne Jesus sind wir kraftlos. Nur wenn wir mit ihm verbunden bleiben, können wir Frucht bringen – die Frucht des Heiligen Geistes.
Hier finde ich das Bild des Weinstocks so passend. Kaum eine andere Frucht veranschaulicht das so gut wie die Weintraube. Denn eine Weintraube besteht aus vielen einzelnen Weinbeeren. Genauso ist es mit der Frucht des Heiligen Geistes. Es ist eine Frucht mit vielen Facetten: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung. Du kannst das in Galater 5,22–23 nachlesen.
Wenn du nicht mit dem Weinstock verbunden bist, bringst du keine Frucht. Deshalb ist unser Gebet heute, dass wir in Jesus bleiben und mit ihm verbunden sind – durch das Lesen seines Wortes und das Nachdenken darüber, durch Gebet, Gehorsam und Vertrauen sowie durch die Gemeinschaft mit anderen Gläubigen.
Gebet – In Jesus bleiben
Komm vor Gott zur Ruhe und sei ehrlich vor ihm.
Lies die folgenden Fragen nicht nur mit den Augen, sondern als Gebet.
Sprich sie innerlich vor Gott aus und antworte ihm von Herzen ehrlich.
Vater, wo lebe ich gerade mehr aus eigener Kraft als aus der Verbindung mit dir?
In welchen Bereichen meines Lebens habe ich den Blick auf Jesus verloren?
Wo rufst du mich heute neu dazu auf, in dir zu bleiben?
Welche Gewohnheiten helfen mir, mit dir verbunden zu bleiben? Welche hindern mich daran?
Gibt es Sorgen, Ängste oder Ablenkungen, die mich von dir wegziehen?
Wo möchtest du mein Vertrauen stärken, damit ich mich ganz auf dich stütze?
Welche Frucht des Heiligen Geistes möchtest du heute besonders in meinem Leben wachsen lassen?
Gibt es einen Bereich, in dem du mich beschneiden möchtest, damit ich mehr Frucht bringe?
Wie kann ich heute ganz praktisch in deinem Wort bleiben und danach handeln?
Wem möchtest du heute durch mein Leben deine Liebe, deinen Frieden oder deine Hoffnung weitergeben?
Wofür möchte ich dir heute danken, weil du mich treu getragen und bis hierher geführt hast?
Bleibe jetzt einen Moment still vor ihm.
Richte dein Herz neu auf Jesus aus und vertraue darauf, dass er deine Kraftquelle ist.
Bitte ihn, dir zu helfen, jeden Tag in ihm zu bleiben, ihm mehr zu vertrauen als deiner eigenen Kraft und durch seinen Heiligen Geist die Frucht wachsen zu lassen, die ihn ehrt.
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