Heute geht es um die Redewendung „ein salomonisches Urteil“.Im weltlichen Gebrauch steht sie für eine Aussage über jemanden, der eine besonders kluge, weise und gerechte Entscheidung getroffen hat. Auch wenn jemand eine Lösung für eine scheinbar unlösbare Situation hat, kann dies mit der Redewendung „salomonisches Urteil“ gewürdigt werden.
Typische Sätze wären:
„Der Richter hat ein salomonisches Urteil gefällt.“
Oder: „So eine Entscheidung hätte ich dir nicht zugetraut – wirklich salomonisch.“
Was wir über Salomon wissen, ist, dass er der weiseste, reichste und geehrteste aller Könige Israels war und über 3000 Weisheitssprüche verfasst hat, von denen viele in der Bibel wiederzufinden sind.
Viele Redewendungen unserer heutigen Zeit und Lebensweisheiten kommen aus den Sprüchen, auch wenn uns das beim Verwenden der Redewendungen nicht immer bewusst ist.
Den biblischen Ursprung dieser Redewendung findest du in einer besonderen Geschichte in der Bibel. Du kannst sie in „1. Könige 3,16–28“ nachlesen.
Ich erzähle sie dir.
Eines Tages kamen zwei Prostituierte zum König Salomo. Sie wohnten zusammen in einem Haus und bekamen beide im Abstand von nur zwei Tagen ein Baby.
Eine der beiden erdrückte nachts versehentlich ihr Baby im Schlaf. Als sie es merkte, tauschte sie es heimlich mit dem anderen Baby aus. Sie legte ihren toten Jungen in die Arme der schlafenden Mitbewohnerin und nahm den lebenden Jungen zu sich.
Als es hell wurde, bemerkte die Frau, die nun das tote Baby in ihrem Arm hatte, dass es gar nicht ihres war.
Es entstand ein Streit zwischen den beiden Frauen, denn jede behauptete, es wäre ihr Junge, der noch lebt. So stritten sie auch vor dem König, zu dem sie kamen, um eine Entscheidung zu fällen.
Dieser hörte sich alles an und sagte dann:
„Ihr streitet euch also darum, wem das lebendige Kind gehört. Beide sagt ihr: Dieser Junge, der lebt, gehört mir.“
Zu seinen Dienern gewandt, rief er:
„Bringt mir ein Schwert und teilt das lebendige Kind in zwei gleiche Teile und gebt dann jeder Frau genau eine Hälfte.“
Das Herz der wirklichen Mutter brach fast, und sie bat den König:
„Bitte, Herr, tötet das Kind nicht. Lieber soll sie es bekommen.“
Die andere Frau war dafür, dass der König das Kind tötet.
Der König befahl:
„Tötet den Jungen nicht, sondern gebt ihn der Frau, die ihn um jeden Preis am Leben erhalten will, denn sie ist die Mutter.“
Wir wissen aus der Bibel, dass Salomo seine Weisheit von Gott bekommen hat.
Wahre Weisheit kommt von Gott.
Wahre Weisheit entsteht, wenn Gottesfurcht vorhanden ist. Gottesfurcht entsteht in der Beziehung zu Gott und im Lesen seines Wortes. Sie ist die Grundlage rechter Entscheidungen.
Wahre Weisheit deckt Herzen auf, die verborgenen Motive, und überführt das sündige Herz.
Diese Redewendung hört man nicht oft. Doch wenn du sie einmal verwendest oder hörst, erinnere dich an den, der dir Weisheit geben will.
„Wenn es aber jemand unter euch an Weisheit mangelt, so erbitte er sie von Gott, der jedem gern und ohne Vorwurf gibt; so wird sie ihm gegeben werden.“
(Jakobus 1,5)
Die Bedingung für die Erfüllung dieses Verses steht direkt in den nächsten Versen:
„Er bitte aber im Glauben und zweifle nicht; denn wer zweifelt, gleicht einer Meereswoge, die vom Wind getrieben und hin und her geworfen wird. Ein solcher Mensch denke nicht, dass er etwas von dem Herrn empfangen wird – ein Mann mit geteiltem Herzen, unbeständig in allen seinen Wegen.“
(Jakobus 1,6–8)
Ich wünsche dir einen gesegneten Tag.
Bis zum nächsten Mal. ✨
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