Diese Redewendung spricht von zwei Städten aus dem ersten Buch der Bibel. Was ist denn so besonders an diesen beiden Städten, dass allein die Namen so viel aussagen, dass jeder etwas darunter verstehen kann?
Im weltlichen Sprachgebrauch beschreibt diese Redewendung chaotische, moralisch entgleiste oder völlig verwahrloste Zustände. Oft meint man damit Orte, an denen Unordnung, Ausschweifung oder extreme Unmoral herrschen.
Typische Sätze sind zum Beispiel:
„In dieser Stadt herrschen ja Zustände wie in Sodom und Gomorra.“
Oder: „Auf dieser Party ging es zu wie in Sodom und Gomorra.“
Aber auch der Satz: „Hier sieht es aus wie in Sodom und Gomorra“ – damit ist dann einfach Unordnung gemeint.
Doch im biblischen Sodom und Gomorra war es nicht nur unordentlich. Äußerlich vielleicht sogar im Gegenteil. Vielleicht war es ja sogar eine gepflegte Stadt – aber die Menschen waren voller Bosheit und Gottlosigkeit.
In 1. Mose Kapitel 18 und 19 kannst du die Geschichte vom Untergang – oder besser gesagt der Vernichtung – der beiden Städte lesen. Wenn in dieser Stadt nur zehn Gerechte gewesen wären, hätte Gott sie verschont.
Nachdem Gott die Vernichtung beschlossen hatte, kamen zwei Engel nach Sodom. Lot saß im Tor, und als er die Fremden sah, lud er sie ein, über Nacht in sein Haus zu kommen. Sie wollten aber im Freien übernachten, doch er drängte sie sehr, sodass sie seine Gäste wurden. Er erwies ihnen Gastfreundschaft nach damaliger Sitte und Kultur.
Warum war es Lot so wichtig, dass diese Männer nicht im Freien übernachteten? War es nur Gastfreundschaft?
Nein. Lot kannte die Boshaftigkeit der Bewohner dieser Stadt. Denn Lot war gerecht und gottesfürchtig – obwohl er unter bösen, gottlosen Menschen lebte.
In 2. Petrus 2,7–8 steht:
„…und wenn er den gerechten Lot rettete, der durch den ausschweifenden Lebenswandel der Gottlosen geplagt worden war
(denn dadurch, dass er es mit ansehen und mit anhören musste, quälte der Gerechte, der unter ihnen wohnte, Tag für Tag seine gerechte Seele mit ihren gesetzlosen Werken)…“
Nachts, ehe sie sich hinlegten, umringten die Männer von Sodom – jung und alt – das Haus und forderten Lot auf, ihnen die zwei Männer herauszugeben, um sie zu vergewaltigen.
Lot redete auf sie ein, doch das machte sie so wütend, dass sie sagten:
„Der einzige Fremdling hier will den Richter spielen? Nun wollen wir es mit dir noch schlimmer treiben als mit ihnen!“
Und sie machten sich daran, die Tür aufzubrechen.
Die zwei Männer zogen Lot ins Haus und schlugen die Männer vor der Haustür mit Blindheit – alle, jung und alt. Dann sagten sie Lot, dass sie diesen Ort verderben werden. Gott hat sie dazu gesandt.
Lot sollte fliehen, und alle, die zu ihm gehören, sollte er mitnehmen. Er versuchte noch, seine zukünftigen Schwiegersöhne zu überzeugen, mitzugehen und sagte ihnen, dass Gott diese Stadt vernichten wird – doch sie lachten ihn aus.
Als die Morgenröte anbrach, drängten die zwei Männer Lot zur Flucht. Als er noch zögerte, ergriffen sie ihn, seine Frau und seine beiden Töchter bei der Hand und führten sie aus der Stadt.
Als die Sonne aufging und Lot mit seinen Töchtern in Sicherheit war, ließ der Herr Schwefel und Feuer vom Himmel auf Sodom und Gomorra fallen und zerstörte die Städte. Lots Frau schaute zurück und wurde zu einer Salzsäule.
Ich empfehle dir, diese Geschichte selbst zu lesen, denn ich habe viele Details ausgelassen.
Was ist nun die Moral von der Geschichte?
Unzucht, Unmoral und Gottlosigkeit sind keine Lappalien – wie ein chaotisches Zimmer eines Teenagers. Sünde ist dramatisch, denn sie trennt dich von Gott.
Für Sodom und Gomorra gab es keine Gnade mehr – für dich schon.
Solange du lebst, ist es nicht zu spät, dein Leben mit Gott in Ordnung zu bringen.
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