Sorgen - loslassen oder abgeben
Sorgen, unser täglicher Begleiter. Die Bibel sagt so viel über das Sorgen.
Heute schauen wir uns den Vers aus Erster Petrusbrief 5,7 an. Dort steht:
"Alle eure Sorgen werft auf ihn, denn er sorgt für euch."
Im Kontext ermahnt Petrus zur Demut und Wachsamkeit. Petrus sagt nicht: Glaubt nur fest genug, dann habt ihr keine Sorgen. Im Gegenteil, er beschreibt ganz nüchtern und unverblümt die Wirklichkeit des normalen Lebens der Menschen, der Christen und Nichtchristen.
Das kannst du in Erster Petrusbrief 5,8–10 nachlesen.
Was ist der Unterschied zwischen den beiden Parteien in Bezug auf Sorgen, zwischen den Christen und den Nichtchristen? Beide leben auf der Erde, beide müssen arbeiten, werden krank und haben von Zeit zu Zeit Mangel.
In Prediger beschreibt der Autor das Leben sehr nüchtern, ohne Träumerei und Schwärmerei.
Und doch gibt es einen gravierenden Unterschied zwischen dem Gottlosen und dem Gottesfürchtigen in Bezug auf das Sorgen.
Wir haben eine Person, bei der wir unsere Sorgen abladen dürfen: Gott.
Wir sollen unsere Sorgen nicht nur loslassen, wir sollen sie abgeben.
Jesus Christus selbst lädt dich dazu ein, in Evangelium nach Matthäus 11,28:
"Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken."
Ich erzähle dir, wie ich es praktisch gelernt habe, meine Sorgen abzugeben.
Ich kann richtig gut sorgen. Würde es einen Wettbewerb und einen Preis für die beste oder größte Sorgerin geben, ich wäre bestimmt auf dem Siegertreppchen.
Irgendwann nahm ich mir Folgendes vor: Gedanken gefangen nehmen.
Den Sorgen nicht mehr erlauben, mich zu beschäftigen. Ihnen zu verbieten, mich zu denken.
Manchmal sagte ich laut:
"Stopp, dich denke ich nicht."
Tatsächlich konnte ich so negative Gedanken erst einmal stoppen.
Die Sache hat nur einen Haken. Ich habe die Sorgen gewissermaßen „nur“ losgelassen. Besser gesagt: Schublade auf, Sorge rein, Schublade zu.
Funktionierte eine Zeit lang gut.
Ich habe diese Praktik dann sogar mit Bibelversen untermauert, zum Beispiel:
„Mehr als alles andere behüte dein Herz, denn von ihm geht das Leben aus“, Sprüche 4,23. Also: Behüte dein Herz vor Sorgen und negativen Gedanken.
Oder der Bibelvers:
„Möge mein Nachsinnen ihm wohlgefallen, ich freue mich an dem Herrn“, Psalmen 104,34.
Ein ganz besonderer Vers war: „Wir zerstören damit Gedankengebäude und jede Höhe, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt, und nehmen jeden Gedanken gefangen unter den Gehorsam Christi“, Zweiter Korintherbrief 10,4–5.
Alles wunderbare Verse, die – richtig angewendet, also auf unser Gedankenleben, auf die Lügen, die wir glauben, nicht speziell auf das Sorgen – aufbauen, zurüsten und näher zu Gott bringen.
Doch ich verwendete diese Verse aus dem Kontext gerissen wie ein Werkzeug, um etwas zu erzwingen.
Ich wollte mit diesen Versen die Kontrolle über meine Sorgen bekommen, doch ich habe Gott dabei aus dem Fokus verloren.
Bibelverse sind keine Zauberformel.
So entwickelten sich in den ganzen Sorgen Zwangsgedanken, das ständige innere Zitieren dieser Verse und der Fokus komplett auf mich, meine Gefühle und Gedanken.
Und dann, in einem schweren Ringen und Beten, war es mir wie eine Erleuchtung: abgeben.
So wie Hiskia es tat, als er den Drohbrief von einem feindlichen König erhielt.
Dieser Brief war einschüchternd und verhöhnend, auch Gott verhöhnend und verspottend.
Hiskia nahm den Brief, las ihn, und noch bevor er mit jemandem darüber sprach, ging er in das Haus des Herrn, breitete den Brief vor dem Herrn aus und betete.
Zuerst lobte er Gott, dann sagte er dem Herrn seine Sorge und seine Angst. Und dann sprach er:
„Nun aber, Herr, unser Gott, errette uns doch aus seiner Hand, damit alle Königreiche auf Erden erkennen, dass du, Herr, allein Gott bist“, Zweites Buch der Könige 19,19.
Wir können nachlesen, dass Gott auf Wunderbare Weise geholfen hat.
Das ist der Schlüssel. 🔑
Das ist das Sorgen-auf-ihn-Werfen.
Das hat mein Gebetsleben verändert.
Und ja, manchmal habe auch ich einen Brief in der Hand gehalten und ihn vor Gott gebracht und gebetet.
Und noch etwas kannst du von Hiskia lernen: Erst zu Gott mit deinen Sorgen.
Oft gibt er dann einen Frieden, sodass du diese Sorgen nicht einmal mehr mit deiner besten Freundin teilen möchtest. Denn er ist dein bester Freund.
Nimm den Bibelvers: „Werft eure Sorgen auf ihn, denn er sorgt für euch“ – wörtlich: abgeben, nicht einfach verdrängen oder loslassen.
Du hast jemanden, der deine Sorgen sieht und annimmt und der die Lösung kennt.
Die Lösung bist nicht du, und Loslassen ist nicht die Lösung. Die Lösung ist - abgeben.
Auf ihn werfen.
Sei gesegnet und hab eine wunderbare Woche.
Gebet
Herr, jeden Tag begegnen mir Sorgen: Fürsorge für meine Lieben, Sorgen für den Unterhalt und die Vorräte, Sorgen um Gesundheit und Lebensumstände, um den Frieden im Land, um Familie und Beziehungen.
Lehre mich, mit diesen Sorgen richtig umzugehen. Ich möchte lernen, dass du mein erster Ansprechpartner wirst. Alle meine Sorgen will ich auf dich werfen. Ich weiß, dass du die beste Lösung für alles hast.
Solltest du nicht sofort helfen, will ich dir trotzdem vertrauen. Hilf mir, dir in und trotz aller Sorgen Ehre zu bringen. Du bist souverän, und ich vertraue dir auch darin, dass du die rechte Zeit kennst.
Mach mich frei davon, dir ständig meine eigenen Lösungsansätze zu präsentieren.
Danke dir, mein Vater, mein Versorger und mein Herr. In Jesu Namen. Amen.
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