Trost

Veröffentlicht am 14. Juni 2026 um 21:47

„Das ist mein Trost in meinem Elend, dass dein Wort mich belebt.“ Psalm 119,50

 

Diese Bibelstelle spricht mir aus dem Herzen. Gottes Wort belebt. Gottes Wort spricht Leben in unser Elend.

Die Psalmen sind voll von Klagen über Elend. Sie eignen sich sehr gut für zerbrochene Herzen und einen zerbrochenen Geist, denn sie geben uns in unserem Leid oft Worte, die wir nicht finden können. Die Psalmen zeigen uns, wie wir beten können und dürfen. Wenn du keine Worte zum Beten hast, dann bete die Psalmen. Du wirst sehen, wie mutig Männer Gottes gebetet haben.

In meinem Leben gab es Zeiten, in denen ich oft nur zwei Möglichkeiten hatte: durchzudrehen oder die Bibel zu lesen. Das habe ich jetzt sehr barsch gesagt. Ich erkläre dir gerne, wie ich es meine.

Ich erwähnte ja schon einmal, dass ich schwere Depressionen hatte. Für diejenigen, die das nicht kennen, erzähle ich kurz, was in meinem Kopf vorging. Eine Leere, gefühllose Leere, eine tiefe Hoffnungslosigkeit, gepaart mit Zukunftsängsten. Die Gedanken waren so schrecklich laut, und sie sprangen förmlich wie Bilder in meinem Kopf hin und her. Es war nicht möglich, sie auszuschalten oder zu sortieren. Und dazu eine Verwirrtheit und eine Entscheidungsunfähigkeit. Ich wusste nicht mehr, was ich glauben sollte und was nicht. Wer es gut mit mir meint und wer es schlecht meint.

Eine bleierne Schwere hielt meinen Körper im Bett oder auf das Sofa gedrückt. Immer wieder schlief ich mich weg, um mich selbst nicht ertragen zu müssen.

In diesem Chaos, in diesem Überlebenskampf konnte ich nicht einmal Detektivgeschichten meiner Kinder hören, TKKG oder Die drei ???, konnte keine Nachrichten gucken oder hören, keine Predigten hören, und selbst Musik beeinflusste meine Stimmung so sehr, dass ich keine mehr hören wollte. Ich mied jeglichen Kontakt, weil Menschen mich zu krass herausforderten oder zu lange beschäftigten.

So, jetzt habe ich viel von mir erzählt, das mache ich eigentlich ungerne. Ich möchte weder bemitleidet noch bewundert werden. Alle Ehre gebührt Gott.

Denn wo mein Leben so eingeschränkt war, gab es etwas, das ging immer: Gottes Wort lesen. Gottes Wort war das Einzige, bei dem ich abschalten konnte. Ja, manchmal war es ein Gebetskampf, bevor der Kopf ruhig wurde und ich beim Lesen dabei war. Aber es war ein Auftanken.

Nichts konnte mich in meinem Elend so trösten und beruhigen wie sein Wort. Es war wirklich ein Wasserbad für meinen Kopf. Die Psalmen sind zu meinen persönlichen Gebeten geworden. Jesaja ist mein Lieblingsbuch geworden. Darin habe ich Gottes Liebe und seine heilige Eifersucht um mein Herz gesehen, und das ließ meine Liebe zu meinem Gott, der sich in Jesaja mein Ehemann nennt, wachsen. Und der Prediger sprach mir so oft aus der Seele.

Nikola Vollkommer sagte einmal sinngemäß: Wenn es dir schlecht geht, lies die Bibel. Selbst wenn der Text, den du liest, nicht in deine Situation passt, lies trotzdem, denn wenn du Gottes Wort liest, dann geht es um ihn, nicht um dich.

So ist es. Das kann ich bestätigen.

Hiermit möchte ich dich ermutigen, eine Frau des Wortes zu werden. Lies die Bibel in deinem Tempo und zu der für dich passenden Tageszeit, aber lies sie. Bitte Gott, dir durch seinen Heiligen Geist sein Wort zu offenbaren.

Möge das Bibellesen für dich keine Pflicht, sondern die schönste Zeit des Tages werden und sein.

In deinem Elend ist dein Trost, dass Gottes Wort dich belebt.

Gebet

Heute bete ich für dich.

Mein himmlischer Vater, ich komme zu dir im Gebet für diese Frau, die das jetzt hört oder liest.

Mein Gott, bitte ergreife ihr Herz. Lass sie immer tiefer erkennen, dass du dich so sehr nach einer Beziehung, nach einer tiefen Beziehung mit ihr sehnst. Du nennst dich ihren Ehemann, du nennst dich ihren Vater.

Herr, löse ihre Vorstellung von Ehemann und Vater von den menschlichen Vorstellungen. Offenbare dich ihr heute besonders in allem, was sie heute tut oder erlebt. Lass sie sich ihrer Identität bewusst werden.

Vater, ich bitte dich, ergreife ihr Herz heute ganz besonders mit deiner Liebe, Fürsorge, Trost und Gnade. Sie ist deine Tochter, ihre Identität ist Königstochter. Zieh sie zu dir.

Kraft und Würde sind ihr Gewand. Wenn es noch nicht so ist, dann lass sie dahin wachsen. Kraft und Würde bekommt sie durch Gottesfurcht, und Gottesfurcht wächst in der Erkenntnis über dich. Und die Erkenntnis bekommt sie durch das Lesen deines Wortes.

Lass sie eine Frau des Wortes werden. Schenke ihr einen unstillbaren Hunger nach deinem Wort. Belebe sie neu durch dein Wort.

In Jesu Namen.

Amen.

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