„Ich werde mich in Frieden niederlegen und schlafen; denn du allein, Herr, lässt mich sicher wohnen.“ (Psalm 4,9)
Was ist für dich Frieden?
Ist Frieden die Abwesenheit von Krieg? Ist es Harmonie in Familien und Gemeinden? Ist es die Abwesenheit von Streit? Ist es Ruhe und Freiheit, zu tun und zu lassen, was man will?
David, der so viel in seinem Leben erlebt hatte, schreibt diesen Psalm. Er wurde als jüngster Sohn Isais geboren. Während seine Brüder auf den Kriegsfeldern kämpften, war er bei den Schafen seines Vaters. Ein junger Hirte, allein in der Natur mit seiner Harfe und seiner Schleuder.
Er vertraute Gott von ganzem Herzen von jung an. Diesen sensiblen und gottesfürchtigen Jüngling erwählte Gott zum König über Israel.
Doch Davids Weg zum Königtum war schwer. Saul, der damalige König, versuchte mehrfach, ihn umzubringen. Aus dem unbekümmerten Jungen musste auf harte Weise ein Mann werden, der eines Tages ein ganzes Volk führen konnte.
Trotz dieser schweren Schule blieb etwas Bemerkenswertes: David bewahrte sich ein weiches und bußfertiges Herz. Er wurde nicht hart.
Als David Psalm 4 schrieb, herrschte weder Frieden in seinem Leben noch in seiner Familie. Wahrscheinlich befand er sich auf der Flucht vor seinem Sohn Absalom.
Absalom hatte über Jahre das Vertrauen des Volkes gewonnen und sich schließlich gegen seinen Vater erhoben. Als David davon erfuhr, verließ er mit seinen Getreuen Jerusalem. Barfuß und weinend ging er den Ölberg hinauf. Einige seiner Vertrauten verrieten ihn, andere blieben ihm treu.
In dieser Zeit schrieb er Psalmen wie Psalm 3 und Psalm 4.
David versündigte sich im Laufe seines Lebens oft. Dennoch nennt ihn die Bibel einen Mann nach dem Herzen Gottes.
Ich lese dir Psalm 4 auszugsweise aus der Übersetzung Hoffnung für alle vor:
„O Gott, hörst du nicht meinen Hilfeschrei? Du bist doch der, der für mich eintritt, der mich verteidigt. Als ich vor Angst gelähmt nicht mehr weiterwusste, hast du mir den rettenden Ausweg gezeigt. So hilf mir auch jetzt und erhöre mein Gebet.
Ihr Mächtigen im Land, ihr missbraucht euren Einfluss. Ihr zieht meine Ehre in den Dreck und verbreitet Lügen. Ihr habt Freude daran, mich zu verleumden. Wann hört ihr endlich damit auf?
Begreift doch: Wer Gott die Treue hält, steht unter seinem besonderen Schutz. Er hört mich, wenn ich zu ihm rufe.
Plant nichts Böses mehr gegen mich, auch wenn ihr zornig seid. Nehmt euch Zeit, besinnt euch und gebt endlich Ruhe.
Wenn ihr Gott Opfer bringt, dann denkt daran, dass er euer Herr ist, und vertraut ihm.
Viele jammern: Wann wird es uns endlich besser gehen? Herr, lass uns deine Nähe erfahren, damit wir wieder aufatmen können.
Und wirklich, du hast mich wieder froh gemacht. Während andere sich nur über eine reiche Ernte freuen können, ist meine Freude viel größer.
Ich kann ruhig schlafen und mich in Frieden niederlegen, auch wenn kein Mensch zu mir hält. Denn du, Herr, beschützt mich.“
Im Neuen Testament lesen wir:
„Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus!“ (Philipper 4,7)
David hatte Frieden, weil er seinen Gott kannte. Weil er wusste, dass Gott in der Vergangenheit seine Gebete erhört hatte. Weil er sicher war, dass Gott auch dieses Gebet hören würde.
Er schreibt: „Wer Gott die Treue hält, steht unter seinem besonderen Schutz.“
Das gilt auch heute noch. Gott ist derselbe Gott wie zu Davids Zeiten.
Gottes besonderer Schutz zeigt sich darin, dass er unsere Herzen bewahrt. Er schenkt einen übernatürlichen Frieden mitten in Leid, Krankheit, Verfolgung und Schmerz. Einen Frieden, der aus der Beziehung zu ihm kommt. Einen Frieden, der auf der Gewissheit beruht, dass er da ist und dass wir ihm vertrauen dürfen.
Diesen Frieden kann die Welt weder geben noch nehmen.
In welcher Situation befindest du dich gerade?
Wo ist Unfriede in deinem Leben?
Gibt es Streit in deiner Familie, in deiner Gemeinde, in deiner Ehe oder in einer anderen Beziehung? Fühlst du dich allein und einsam, obwohl viele Menschen um dich herum sind?
Fragst auch du dich: Wann wird es endlich besser werden?
Bittest du Gott: „Herr, lass mich deine Nähe erfahren, damit ich wieder aufatmen kann“?
Glaub mir: Auch Gott sucht die Nähe zu dir. Er will dir diesen Frieden geben. Suche seine Nähe im Bibellesen und beten. Pflege deine Beziehung zu ihm.
Dann wird Gott dir diesen übernatürlichen Frieden schenken. Nicht nur einen Frieden, der dich Dinge aushalten lässt, sondern einen Frieden voller Gewissheit, weil du weißt, wer dein Gott ist.
Gebet
Mein Vater, ich danke dir, dass du mir einen übernatürlichen Frieden schenken kannst und schenken willst. Danke für dein Angebot, mir diesen Frieden zu geben.
Vater, ich bitte dich: Lass mich darin wachsen, dir treu zu bleiben. Du möchtest mich bewahren und tragen. Du möchtest eine lebendige Beziehung mit mir haben. Du hast mich erlöst und ich darf dir gehören.
Du meinst es gut mit mir, Herr. Dein Wille für mein Leben ist heilig und gut.
Danke, dass ich dein Kind sein darf.
Und auch wenn ich deine Liebe nicht vollständig begreifen kann, weiß ich doch: Du rufst mich zu dir und ziehst mich in deine Nähe. Deine Liebe ist größer, als ich sie fassen kann.
Begleite mich durch diesen Tag. Hilf mir, dich besser kennenzulernen, damit dein Frieden in mir wächst – diese Gewissheit darüber, wer du bist und dass ich dir vertrauen darf.
Amen.
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