„Der Herr hat seinen Thron im Himmel gegründet, und seine Königsherrschaft regiert über alles.“
Psalmen 103:19 SCH2000
Mein Thema heute ist Angst. Jeder kennt Angst, doch es gibt Ängste, die nicht real sind oder der Realität nicht angemessen stark sind. Von so einer Angst möchte ich heute berichten. Meine Andacht heute ist eher ein persönliches Zeugnis.
Wir alle haben noch die Jahre 2019 bis 2021 vor Augen, die Zeit der Pandemie, eine Zeit, in der alle Grundfesten ins Wanken gerieten. Das Grundgesetz und die Würde des Menschen, die so viele Jahre als unantastbar galten, waren plötzlich wandelbar, anpassbar und politisch veränderbar. Die Säulen unseres christlich geprägten Abendlandes bekamen Risse.
Für Menschen, die sich auf diese Säulen und die Unantastbarkeit der Menschenwürde verlassen haben, kam eine Zeit der Existenzängste. Wenn diese grundlegenden Gesetze so flexibel angepasst werden können, was ist dann noch Sicherheit?
Für mich war diese Zeit eine der einschneidendsten Zeiten in meinem Leben. Seitdem habe ich und viele andere eine neue Zeitrechnung. In unserer Zeit, in der wir vor und nach Christus zählen, gibt es nun ein Vor und Nach der Pandemie.
Ich war schon immer ängstlich. Dazu habe ich einen sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, und Regeln und Gesetze geben mir Sicherheit. Doch bevor du Beifall klatschst, muss ich dir sagen, dass auch ein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn in eine sehr ungesunde Richtung gehen kann, weil man in eine Überverantwortung kommen kann.
Somit hat mir diese Zeit der Pandemie sehr viele Ängste bereitet und mich als sehr freiheitsliebenden Menschen (nein, das ist kein Widerspruch zur Regeleinhaltung) sehr eingeschränkt und beunruhigt.
Dazu kamen all die Menschen, die meinten, die Welt durch das Verschicken diverser Verschwörungstheorien über WhatsApp und Telegram aufklären zu müssen. Ich litt fürchterliche seelische Qualen und bat Gott, meine Ängste zu stillen. Und das tat er.
2020 las ich Jesaja, und da stand etwas, als würde Gott es mir persönlich sagen. Es war so persönlich, dass mein Vertrauen in Gott durch diese Verse bis heute trägt.
In Jesaja 8,11–13 steht:
„Denn so hat der Herr zu mir gesprochen, indem er mich fest bei der Hand fasste und mich davor warnte, auf dem Weg dieses Volkes zu gehen.
Nennt nicht alles Verschwörung, was dieses Volk Verschwörung nennt, und vor dem, was es fürchtet, fürchtet euch nicht und erschreckt nicht davor.
Den Herrn der Herrscharen, den sollt ihr heiligen. Er sei eure Furcht und euer Schrecken.“ (Jesaja 8,11–13)
In dem Moment war mir, als würde Gott mich fest bei der Hand nehmen und mir eindringlich sagen:
"Vera, glaub nicht jeder Verschwörung, die andere glauben. Hab keine Angst vor dem, wovor sie Angst haben. Mich sollst du fürchten."
Und in den Versen davor, 9b bis 10, steht in Bezug auf die Feinde Israels:
„Rüstet euch - ihr werdet doch zerschmettert. Schmiedet einen Plan - es wird doch nichts daraus. Verabredet etwas - es wird doch nicht ausgeführt. Denn Gott ist mit uns.“ (Jesaja 8,9b–10)
Diese Verse spendeten mir Trost. Gott ist mit mir. Ich las sie immer wieder, wenn die Angst in mir hochkam vor der Zukunft. Ich soll nicht jeder Verschwörung glauben und keine Angst haben vor dem, wovor die Welt Angst hat.
Auch Verse wie: „Der Herr hat seinen Thron im Himmel bereitet, sein Reich herrscht über alles“ (Psalm 103,19), oder: „Er hat den Menschen ihre Grenzen des Wohnens und Zeiten festgesetzt“ (Apostelgeschichte 17,26), oder: „Er lenkt die Herzen der Könige wie Wasserbäche“ (Sprüche 21,1), sind für mich ein großer Trost geworden.
Und auch der Vers: „Wenn die Grundfesten eingerissen werden, was soll der Gerechte tun? Der Herr ist in seinem heiligen Tempel. Der Thron des Herrn ist im Himmel; seine Augen spähen, seine Blicke prüfen die Menschenkinder.“
(Psalmen 11:3-4)
Auch dieser Vers ist mir ein großer Trost geworden.
Der Herr ist der Herrscher über Heerscharen. Er hat das letzte Wort. Sie können Pläne schmieden, Macht missbrauchen und sich sogar rüsten. Er hat trotzdem das letzte Wort darüber, ob die Pläne zustande kommen, ob die Gesetze erlassen werden oder ob die Gerüsteten losziehen.
Auch wenn es so aussieht, dass Gott keine Kontrolle hätte, er hat das letzte Wort. Er hat der Erde und somit allen Lebewesen einen Anfang gesetzt und ein Ende. Er ist der, der von Anfang an das Ende kennt.
Und das Kuddelmuddel dazwischen, das Chaos, das wir Menschen veranstalten, verwirrt ihn nicht und verunsichert ihn nicht. Sein Plan, sein Heilsplan wird vollzogen.
Er hat das letzte Wort. Vertraue darauf.
Gebet
Mein Herr und mein himmlischer Vater,
ich danke dir so sehr dafür, dass du regierst, dass du die Kontrolle über alles hast. Der Himmel regiert. Du hast den Menschen Grenzen gesetzt für Zeit und für den Ort, an dem sie wohnen sollen. Du lenkst die Herzen der Könige wie Wasserbäche. Dein Thron ist im Himmel, und du herrschst über alles.
Mein Vater, ich danke dir dafür, dass du immer das letzte Wort hast. Und ja, Herr, was auch immer in der Welt geschieht, wenn sich Völker rüsten, um in den Krieg zu gehen, wenn sie sich gegenseitig bedrohen und Drohungen aussprechen – du hast das letzte Wort, was wirklich davon geschieht, welche Drohung zustande kommt, welches Land, das sich gerüstet hat, wirklich losgehen darf.
Du verlierst niemals die Kontrolle, Herr. Und was für uns wie Chaos aussieht, ist für dich immer noch nachvollziehbar. Und du hast die Kontrolle. Ich danke dir dafür.
Bitte schenke meinem Herzen ein festes Vertrauen darauf, dass du alles in der Hand hast. Schenk mir Ruhe in mein Herz und Frieden und nimm mir meine Ängste – die kleinen, die mich durch den Alltag begleiten, aber auch die großen, die meine Existenz zu bedrohen scheinen.
Danke für deine Liebe, mein Vater, und für deine Zusage. Und hilf mir heute und jedem, der das jetzt hört, wirklich sein Vertrauen auf dich zu setzen und voller Frieden durch diesen Tag zu gehen, weil wir einen himmlischen Vater haben, der regiert und der alles unter Kontrolle hat.
Danke für diesen Frieden, der unseren Verstand übersteigt. Danke für deine Gnade und deine Liebe.
Amen.
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