Sorgen

Veröffentlicht am 5. Juli 2026 um 23:22

„Bei den vielen Sorgen in meinem Herzen erquickten deine Tröstungen meine Seele.“ (Psalm 94,19)

Sorgen. So viel wurde schon darüber geschrieben. Auch ich habe schon einiges dazu geschrieben. Trotzdem möchte ich dieses Thema heute noch einmal aufgreifen.

Die Bibel sagt viel über den Umgang mit Sorgen. Zum Beispiel über Sorgen um Kleidung, Nahrung oder um die richtigen Worte, wenn wir um unseres Glaubens willen zur Rede gestellt werden.

In dem Bibeltext von heute geht es jedoch um andere Sorgen.

Der Psalmist beschreibt Unterdrückung durch Gottlose, die freche Reden schwingen. Übeltäter erheben sich, um das Volk Israel zu zertreten und zu unterdrücken. Sie erwürgen sogar Witwen und Fremdlinge und ermorden Waisen. In ihrem Hochmut sprechen sie: „Der Herr sieht es nicht, und der Gott Jakobs achtet nicht darauf.“

Das sind krasse Sorgen, oder?

Sorgen um das eigene Leben. Sorgen um Sicherheit. Sorgen wegen Ungerechtigkeit.

Auch wir leben in einer Zeit, die viele Menschen mit Sorge erfüllt. Manche sorgen sich um die Zukunft unseres Landes, um Freiheit und Sicherheit, um unser Gesundheits- und Sozialsystem oder darum, dass christliche Werte immer mehr an Bedeutung verlieren. Die vielen Nachrichten können uns lähmen und uns fast den Verstand rauben.

So ging es auch dem Psalmisten.

Er schreibt:
„Wäre der Herr nicht meine Hilfe gewesen, so hätte meine Seele fast in der Totenstille gewohnt.“ (Psalm 94,17)

Und zuvor fragt er:
„Wer steht mir bei gegen die Bösen? Wer tritt für mich ein gegen die Übeltäter?“

Er kennt das Gefühl, mit seinen Sorgen allein zu sein. Er kennt das Wanken seines Herzens.

Doch dann erinnert er sich an Gottes Treue:
„Sooft ich sprach: Mein Fuß ist wankend geworden!, hat deine Gnade, o Herr, mich gestützt.“

Und schließlich bekennt er:
„Bei den vielen Sorgen in meinem Herzen erquickten deine Tröstungen meine Seele.“

Welche Tröstungen meint der Psalmist?

Ich glaube, der Psalm selbst gibt uns die Antwort.

Er erinnert sich daran, dass Gott alles sieht. Keine Ungerechtigkeit entgeht ihm. Kein Leid seiner Kinder bleibt ihm verborgen. Er kennt die Gedanken der Menschen und wird gerechtes Gericht üben.

Doch das ist nicht alles.

Schon in Vers 12 lesen wir:
„Wohl dem Mann, den du, Herr, züchtigst und den du aus deinem Gesetz belehrst, um ihm Ruhe zu geben vor den Tagen des Unheils …“

Mitten in einer bedrohlichen Zeit belehrt Gott den Seinen durch sein Wort. Er richtet ihren Blick weg von der Angst und hin zu sich selbst. Gerade dadurch schenkt er eine Ruhe, die nicht von den Umständen abhängt, sondern von ihm.

Deshalb kann der Psalmist am Ende bekennen:
„Aber der Herr ist meine sichere Burg geworden, mein Gott ist der Fels, bei dem ich Zuflucht gefunden habe.“

Die äußeren Umstände hatten sich noch nicht verändert. Die Gottlosen waren noch da. Die Bedrohung war noch real. Aber das Herz des Psalmisten hatte einen sicheren Ort gefunden: seinen Gott.

Vielleicht gehst auch du heute mit vielen Sorgen in diesen Tag. Vielleicht gibt es Dinge, die du nicht ändern kannst und Fragen, auf die du noch keine Antwort hast.

Dann darfst du wissen: Gott sieht. Gott hört. Gott hat nichts aus der Hand verloren. Und er lädt dich ein, mit allem zu ihm zu kommen. Lass dich heute durch sein Wort belehren, stärken und trösten. Richte deinen Blick nicht zuerst auf das, was dir Angst macht, sondern auf den Herrn, der über allem steht.

Er ist auch heute deine sichere Burg. Er ist der Fels, der nicht wankt, wenn um dich herum alles ins Wanken gerät. Und er wird auch morgen noch derselbe sein.

Ich wünsche dir einen gesegneten Tag in dem Frieden, der aus dem Vertrauen auf unseren Herrn kommt.

 

Gebet

Mein himmlischer Vater,

ich danke dir für deine Gnade, deine Liebe und deine Barmherzigkeit. Ich danke dir, dass du dich uns in deinem Wort offenbarst.

Herr, täglich prasseln so viele Sorgen auf uns ein. Schlechte Nachrichten in den Medien, im Radio und im Fernsehen. Schlechte Nachrichten von unseren Mitmenschen. Sorgen, Leid, Kummer und Krankheit. All das prasselt auf uns ein, und manchmal überfluten uns diese Dinge. Die Sorgen in unserem Herzen werden immer größer und legen sich wie eine schwere Last auf unsere Seele.

Danke, mein Vater, dass du Trost gibst. Danke, dass die Gewissheit, wie groß und allmächtig du bist, und dass du alles in deiner Hand hältst, unser Herz tröstet.

Ich danke dir von ganzem Herzen, mein Jesus. Halte mich nah bei dir. Lass mich in deinem Wort auftanken und dich immer besser kennenlernen. Denn je mehr ich erkenne, wer du bist, wie groß du bist und dass du alles in deiner Hand hast und alles lenkst, desto mehr schenkst du meinem Herzen Ruhe.

Und vor allem, Herr, danke ich dir für dein Wort. Wenn du mich nach deinem Gesetz belehrst, schenkst du meinem Herzen Ruhe. Dafür danke ich dir von Herzen.

Du bist meine sichere Burg. Du bist mein Fels. Bei dir finde ich Zuflucht.

Trage mich durch diesen Tag mit der Gewissheit, dass du alles in deiner Hand hältst und als Herr regierst.

Danke für deine Gnade.

Amen.