Geborgenheit

Veröffentlicht am 28. September 2026 um 21:24

Während meiner Zeit mit Gott heute erzählte ich ihm, wie es mir im Moment geht. Einerseits fühle ich mich umkämpft in einem scheinbar unsichtbaren Kampf, andererseits tief geborgen bei meinem himmlischen Vater.

Und während ich so betete, fiel mir auf einmal ein Bild ein: ein Baby bei seiner Mutter, ein Frischgeborenes, ganz nah an der Mama beim Bonding. Rundherum tobt der Krieg. Die Mama drückt das Baby an ihre Brust und hält ihm das andere Ohr zu, während die Bomben knallen.

Und wenn das Baby zusammenzuckt und erschrickt, weiß es sich bei der Mama geborgen. Es hat keine Angst.

Dieses Bild verbinde ich mit tiefster Geborgenheit aus menschlicher Sicht. Ich weiß, dieses Bild ist kontrovers und nur ein schwaches Abbild für das, wie wir bei Gott geborgen sind. Denn eine Mutter im Krieg ist verletzlich. Doch das Baby fühlt die höchste Sicherheit und Geborgenheit.

Dennoch ist es ein Bild, das jeder von uns versteht. Deshalb verwendet auch David dieses Bild in den Psalmen.

„Meine Seele ist still geworden und ruhig; wie ein kleines Kind bei seiner Mutter, wie ein gestilltes Kind ist meine Seele in mir.“ (Psalm 131,2)

Und da ich gerade von Sicherheit geredet habe: Sicherheit ist nicht Geborgenheit. Für mich ist das eine wertvolle Erkenntnis.

Denn wenn ich in Sicherheit bin, dann brauche ich vielleicht niemanden. Ein Schutzbunker zum Beispiel bietet mir Sicherheit, aber da kann ich auch für mich allein sein – abgeschottet von der Gefahr, aber auch von allen Menschen.

Geborgenheit hingegen, das ist Schutz mitten im Sturm.

Nur Gott kann das geben: diesen übernatürlichen Frieden im Sturm, diese Geborgenheit, die das höchste Gefühl von Sicherheit bietet und den Verstand übersteigt.

Wenn ich das Gefühl habe, die Welt außen herum nicht zu verstehen, wenn ich das Gefühl habe, dass das ganze Leben nur ein Kampf ist und alles schwer ist, finde ich diese Geborgenheit bei meinem himmlischen Vater, der in allem bei mir ist und der mit mir meine Last trägt.

In den Psalmen steht: „Gelobt sei der Herr! Tag für Tag trägt er unsere Last; Gott ist unsere Rettung.“ (Psalm 68,20)

Ja, ich bin in dieser Welt. Ich bin diesen Kämpfen ausgesetzt, aber nicht ausgeliefert.

Unser Kampf richtet sich nicht nur gegen das Sichtbare, sondern auch gegen das Unsichtbare, wenn wir Gottes Kinder sind. Der Feind hat höchstes Interesse daran, unser Leben schwer zu machen, und Anfechtungen begegnen uns immer wieder – mal mehr, mal weniger.

Deswegen ist das Wort Geborgenheit und das Gefühl von Geborgenheit etwas, das Gott mir immer wieder schenkt.

Wenn das Leben einfach unerträglich wird, wenn es einfach zu schwer wird, dann habe ich manchmal das Gefühl, Gott würde mich in seine Arme nehmen, wie das Baby, von dem ich sprach. Mich an seine Brust drücken, das andere Ohr mit seiner Hand zuhalten, und ich darf die Augen schließen und mich entspannen und einfach nur sein, weil ich geliebt und angenommen bin von meinem himmlischen Vater.

Das ist natürlich nicht das ganze Leben, und dieses Gefühl hat man auch nicht jeden Tag. Aber manchmal braucht man das ganz besonders.

Vor einiger Zeit, als es mir so ähnlich ging wie jetzt, habe ich Gott so sehr gebeten: „Vater, zeig mir deine Liebe. Ich brauche dich so sehr. Du bist unsichtbar, aber ich würde so gerne deine Liebe in einer Umarmung spüren.“

Und in dieser Nacht – mein Schlaf war nicht tief – drehte sich mein Mann plötzlich zu mir um, umarmte mich einmal ganz fest und drehte sich wieder weg.

Kurz danach kam mein jüngster Sohn in mein Zimmer, gab mir einen Kuss und ging auch wieder schlafen.

Beide wussten am nächsten Morgen nichts davon. Aber ich lag noch lange wach und war im siebten Himmel.

Diese Liebe, die Gott mir durch meine Liebsten geschickt hat, dieses Gefühl: Du bist geliebt. Dein himmlischer Vater liebt dich.

Das ist etwas Wunderschönes.

Und das wünsche ich dir von ganzem Herzen: dass du weißt, dass du geliebt bist von dem, der dich geschaffen hat.

Ich weiß nicht, wie es dir heute geht. Aber vielleicht befindest auch du dich gerade in einem Sturm. In einem geistlichen Sturm, in einem Sturm aus Konflikten oder Sorgen.

Vielleicht ist dein Sturm eine schwere Krankheit oder ein anderes Problem.

Ich wünsche dir von Herzen und ich bete heute darum, dass Gott dir heute Geborgenheit schenkt. Dass du bei ihm diesen übernatürlichen Frieden findest – mitten in deinem Sturm.

Dass du dich von ihm getragen und geliebt weißt und vielleicht auch fühlst.

Und dass du weißt: Du bist nicht allein.

 

Dein himmlischer Vater ist bei dir.

 

Gebet

 

Mein himmlischer Vater, ich danke dir, dass ich bei dir einen Ort finde, an dem meine Seele zur Ruhe kommen darf.

Ich danke dir von ganzem Herzen, dass dein Wort so oft in Bildern spricht und dass David dieses Bild im Psalm verwendet:

„Meine Seele ist still geworden und ruhig, wie ein kleines Kind bei seiner Mutter, wie ein gestilltes Kind ist meine Seele in mir.“ (Psalm 131,2)

Danke dir dafür, mein Gott. Danke, dass ich deine Tochter sein darf und bei dir immer wieder diesen Frieden und diese Nähe finden darf.

Herr, das Leben mit dir ist so wunderbar. Ich danke dir von ganzem Herzen für all das, was du mir anbietest: dass du mit mir meine Last trägst, mir Ruhe schenkst, dass ich von dir lernen darf und dass ich mich bei dir sicher und angenommen wissen darf.

Danke dir dafür.

Vater, das normale Leben ist ein Auf und Ab, und an manchen Tagen vergesse ich ganz, meine Sorgen bei dir zu lassen. Dann wird die Last zu groß und die Kämpfe werden zu schwer.

Danke, dass du mich durch deinen Heiligen Geist immer wieder daran erinnerst, wer ich bin und wo ich Schutz, Trost und Frieden finde.

Danke, mein Gott.

Ich bitte dich auch für jede Frau, die das jetzt hört oder liest, dass du ihr heute ganz besonders begegnest. Schenke ihr deine Nähe, deinen Frieden und deinen Schutz. Und vor allem bitte ich dich, dass sie ihren Wert in dir findet.

Lass sie wissen, wie wertvoll sie ist, wie geliebt sie ist und dass dein Sohn sein Leben für sie gegeben hat.

Danke für deine Liebe, mein Vater.

Amen.