Danke.
Dieses Wort ist dir in den letzten Tagen sicherlich oft begegnet. Viele Gemeinden feiern gerade Erntedankfest.
„Danke“ ist ein großes Wort. Eigentlich ist es nicht nur ein Wort, sondern viel mehr. Es ist eine Herzenshaltung, ein Gefühl, ein Ausdruck, eine Geste, eine Verbundenheit.
Ich finde es interessant, mit welchen Methoden manche Erwachsene versuchen, kleinen Kindern das Wort „Danke“ beizubringen – als wäre es einfach nur eine Vokabel oder eine Frage des guten Benehmens.
Selbst wenn ein Kind lernt, brav „Danke“ zu sagen, wenn es etwas bekommt, fehlt oft das Wichtigste: das Verständnis für Dankbarkeit.
„Danke“ kann eine Floskel sein, einfach dahergesagt, weil es sich so gehört. Aber Dankbarkeit ist eine Herzenshaltung.
Wie bringen wir einem Kind Dankbarkeit bei? Nicht indem es die zwei Silben „Dan-ke“ aufsagt. Sondern indem wir ihm Dankbarkeit vorleben.
Durch Freude zum Beispiel. Durch das Leuchten in unseren Augen. Durch eine Umarmung. Durch wertschätzende Annahme einer Gabe oder eines Geschenkes.
Und selbst wenn uns das Geschenk nicht gefällt oder wir es überhaupt nicht brauchen, können wir wertschätzend dankbar sein, indem wir dem Geber für seine Mühe, seine Aufmerksamkeit oder seine Liebe danken.
Stell dir vor, du bekommst einen Blumenstrauß, der dir überhaupt nicht gefällt.
Dann lenke deinen Blick von der Gabe auf den Geber.
Denn die Geste des Geschenkes sagt so viel über den Geber aus: Er mag dich. Er möchte dir eine Freude machen. Deshalb beschenkt er dich.
Ob dir der Blumenstrauß gefällt oder nicht, ist letztlich Geschmackssache.
Und wenn du ihn aus diesem Blickwinkel betrachtest, siehst du vielleicht sogar den geschmacklosen Blumenstrauß mit anderen Augen.
Paulus schreibt an die Thessalonicher:
„Seid in allem dankbar; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.“
1. Thessalonicher 5,18
Dankbarkeit ist also keine Erfindung von Herrn Knigge.
Es ist der Wille Gottes, dass wir in allem dankbar sind.
Beachte dieses kleine Wort: in allem.
Nicht: für alles.
Das ist ein großer Unterschied.
Aus biblischer Sicht wird das verständlich, wenn wir erkennen, dass Dankbarkeit mit Vertrauen zu tun hat.
Mit dem Vertrauen darauf, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen.
„Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind.“
Römer 8,28
Nicht alle Dinge sind gut.
Aber Gott kann alle Dinge zum Besten dienen lassen. Das perfekte Beispiel dafür ist für mich Josef.
In 1. Mose 50,20 sagt Josef zu seinen Brüdern: „Ihr gedachtet zwar, mir Böses zu tun; aber Gott gedachte es gut zu machen, um es so hinauszuführen, wie es jetzt zutage liegt, um ein zahlreiches Volk am Leben zu erhalten.“ 1. Mose 50,20
Bitte beachte den Unterschied:
Josef sagt nicht: „Ihr wolltet mir etwas Böses tun, aber Gott hat anschließend etwas Gutes daraus gemacht.“
Nein.
Als sie gedachten, ihm Böses zu tun, gedachte Gott bereits, es gut zu machen.
Das ist ein feiner, aber wichtiger Unterschied.
Gott flickt nicht einfach etwas zusammen, wenn in deinem Leben etwas aus dem Ruder gerät.
Wenn etwas in deinem Leben schiefgeht, muss Gott nicht erst einen neuen Plan schmieden, um es wieder in Ordnung zu bringen.
Er ist Gott.
Er sieht weiter als du.
Er kennt das Ende schon, wenn du gerade erst den Anfang siehst.
Und deshalb dürfen wir ihm vertrauen.
Gott hat Gedanken des Friedens über dich und nicht des Unheils, um dir Zukunft und Hoffnung zu geben.
„Denn ich weiß, was für Gedanken ich über euch habe, spricht der HERR, Gedanken des Friedens und nicht des Unheils, um euch eine Zukunft und eine Hoffnung zu geben.“
Jeremia 29,11
So einem Gott, der seine Kinder so sieht, kann man doch vertrauen, oder?
Und genau das führt zu einer dankbaren Herzenshaltung.
Wenn du den Geber wirklich kennst – deinen himmlischen Vater –, wenn du weißt, wie gut er es mit dir meint und dass er dich unendlich liebt, dann kannst du in allen Dingen dankbar sein.
Auch wenn du vielleicht in manchen Momenten für die Dinge nicht dankbar sein kannst.
Manche Dinge sind zu schwer.
Manche Dinge tun weh.
Manche Situationen sind schlimm und wir müssen sie nicht schönreden.
Gott fordert dich nicht dazu auf, etwas Böses plötzlich gut zu nennen.
Aber du darfst mitten in allem wissen:
Mein Vater ist gut.
Und auch wenn ich gerade nicht verstehe, was er tut, darf ich ihm vertrauen.
Denn Dankbarkeit bedeutet nicht, dass ich alles gutheiße, was mir widerfährt.
Dankbarkeit bedeutet, dass ich dem Geber vertraue.
Dem Gott, der mich sieht.
Dem Gott, der mich liebt.
Dem Gott, der weiter sieht als ich.
Und vielleicht kannst du heute einmal bewusst deinen Blick von der Gabe auf den Geber richten.
Nicht nur auf das, was du gerade in der Hand hältst.
Sondern auf den, der es dir gegeben hat.
Denn wenn du den Geber kennst, kannst du auch mitten in schweren Zeiten dankbar sein.
Gebet
Mein himmlischer Vater,
ich danke dir von ganzem Herzen für die Zusagen aus deinem Wort, dass alles, was mir geschieht, mir zum Besten dienen soll. Danke auch für die Aufforderung, in allem dankbar zu sein.
Ich danke dir dafür, dass ich dich kennenlernen darf, dass du dich mir in Jesus Christus offenbart hast. Jesus hat mir den Vater gezeigt.
Herr, ich kann dich kennenlernen in deinem Wort, in der Bibel. Und deshalb kann ich dir vertrauen, weil ich weiß, wer du bist.
Du bist mein Vater, der Allmächtige, der Allwissende, der Souveräne, der, der es gut mit mir meint.
Danke dir dafür, Herr.
Und selbst wenn es hier auf dieser Erde nie vollkommen gut ist und wird, so weiß ich doch, dass ich als deine Tochter ewig bei dir leben werde. Und spätestens dann wird es gut. Vielleicht auch erst dann.
Aber danke, dass ich diesen Weg nicht alleine gehen muss.
Danke, dass ich jetzt schon in Beziehung mit dir leben darf. Danke, dass ich jetzt schon wissen darf, dass du mich liebst und es gut mit mir meinst.
Ich bitte dich, dass du mir eine dankbare Herzenshaltung schenkst. Dass mein Dank nicht nur Höflichkeit ist, sondern wirklich eine Überzeugung und vor allem ein Vertrauen.
Ein Vertrauen darauf, dass du es gut mit mir meinst.
In Jesu Namen.
Amen.
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