„Denn so spricht Gott, der Herr, der Heilige Israels: Durch Umkehr und Ruhe könntet ihr gerettet werden. Im Stillsein und im Vertrauen liegt eure Stärke, aber ihr habt nicht gewollt.“ (Jesaja 30,15)
Das dreißigste Kapitel ist sehr bewegend.
Gott spricht durch Jesaja über das widerspenstige Volk. Sie sind gottlos geworden. Ihre Pläne sind nicht von Gott und ihre Bündnisse ohne seinen Geist, und so häufen sie Sünde auf Sünde. (Jesaja 30,1)
Statt Gott um Rat zu fragen, ziehen sie nach Ägypten, um sich dort Rat zu holen. Statt bei Gott Schutz zu suchen, flüchten sie sich unter den Schutz des Pharao und suchen Zuflucht bei den Ägyptern. (Jesaja 30,1–2)
Ja, sie schleppen sogar auf den Rücken der Esel ihren Reichtum nach Ägypten und auf den Höckern der Kamele ihre Schätze zu einem Volk, das ihnen nichts nützt. (Jesaja 30,6)
Gott sagt, der Schutz des Pharao wird ihnen zur Schande werden und die Zuflucht Ägyptens zur Schmach, denn Ägypten nützt ihnen nichts. Es bringt ihnen weder Hilfe noch Vorteil, sondern Schande und Spott. (Jesaja 30,3–5.7)
Ja, Ägypten ist nichtig und hilft dir gar nichts. Darum nennt Gott hier Ägypten das „stillsitzende Ungetüm“. (Jesaja 30,7)
Ist das nicht traurig?
Gottes auserwähltes Volk, das Volk seines Eigentums, dieses Volk, das so viele Wunder erlebt hat wie kein anderes Volk, das Volk, das Gott persönlich kennengelernt hat, das durch seinen Arm aus Ägypten gerettet wurde – dieses Volk kehrt wieder nach Ägypten, um dort Rat und Schutz zu suchen, und sie nehmen ihre Schätze mit.
Sie sind damals mit vielen Schätzen aus Ägypten geflohen, Schätze, die ihnen die Ägypter mitgaben, und jetzt schleppen sie diese Schätze wieder mit nach Ägypten, zu ihren Erzfeinden.
Ja, haben sie denn nichts dazugelernt?
Gott nennt Israel hier ein widerspenstiges Volk, lügenhafte Söhne, die das Gesetz des Herrn nicht hören wollen. (Jesaja 30,9)
Selbst zu den Sehern und zu den Schauenden sagen sie, dass diese ihnen angenehme Dinge, also Täuschungen, sagen sollen. (Jesaja 30,10)
Sie sagen zu den Sehern: „Lasst uns mit dem Heiligen Israels in Ruhe.“ (Jesaja 30,11)
Und Gott sagt: Weil ihr dieses Wort verwerft und euch auf Gewalttätigkeit und Verdrehung verlasst und euch darauf stützt, darum wird euch diese Sünde sein wie ein Bruchstück, das herunterfallen will, das heraustritt aus einer hohen Mauer, die plötzlich, unversehens einstürzt. (Jesaja 30,12–13)
Wenn man die Geschichte Israels kennt, wenn man weiß, wie Gott sie umwirbt, segnet, beschenkt, leitet, aber auch straft, verschleppen lässt – wenn man die ganze Geschichte liest, dann erkennt man, wie sehr Gott sie liebt, bis heute.
Israel ist ein unruhiges Volk, zumindest wird es hier im dreißigsten Kapitel so beschrieben. Sie suchen Hilfe und Rat, aber nicht bei Gott.
Sie, das Volk, das zu der Zeit Gott kannte, wenden sich immer wieder von ihm ab.
Und dann, im fünfzehnten Vers, hat Gott eine Lösung für all ihr Suchen nach Rat, Zuflucht und Frieden.
Im fünfzehnten Vers steht:
„Denn so spricht Gott, der Herr, der Heilige Israels: Durch Umkehr und Ruhe könntet ihr gerettet werden. Im Stillsein und im Vertrauen liegt eure Stärke, aber ihr habt nicht gewollt.“ (Jesaja 30,15)
Weiter steht:
„Darum wartet der Herr, damit er euch begnadigen kann, und darum ist er hoch erhaben, damit er sich über euch erbarmen kann, denn der Herr ist ein Gott des Rechts. Wohl allen, die auf ihn harren.“ (Jesaja 30,18)
Und weiter steht:
„Er wird gewiss Gnade erweisen, wenn du um Hilfe rufst. Sobald er es hört, antwortet er dir.“ (Jesaja 30,19)
Weißt du, was mich an diesem Kapitel so fasziniert?
Das Wesen Gottes, seine Liebe zu seinem Volk.
Und jetzt das Highlight:
Wenn du Tochter Gottes bist, gehörst du zu seinem auserwählten Volk, dann kannst du das dreißigste Kapitel persönlich nehmen.
Ist es nicht so, dass auch du immer wieder Rat und Schutz brauchst und diesen nicht bei Gott, sondern in der Welt, also Ägypten, suchst?
Dass du dich dahin wendest, von wo du von Gott herausgerufen wurdest, raus aus der Welt in sein Reich, das Reich Gottes, das in dir ist seit dem Tag deiner Wiedergeburt?
Wirst du vielleicht die biblische Wahrheit nicht mehr so ernst nehmen, nicht mehr so eng, nicht mehr so absolut anerkennen?
So wie die Israeliten sagten: „Lasst uns mit dem Heiligen Israels in Ruhe.“ (Jesaja 30,11)
Ägypten ist nichtig und hilft dir gar nichts. (Jesaja 30,7)
Die Welt ist wie das „stillsitzende Ungetüm“.
Du nennst dich Tochter Gottes, aber ein bisschen Manifestieren macht doch glücklich, ein bisschen Yoga entspannt doch, ein bisschen positive Energie senden tut doch gut, ein kleiner Glücksbringer ist doch okay, mein Mindset verändern bringt mich doch weiter.
Genau hier findet eine Vermischung statt.
Nicht alles, was harmlos klingt, ist geistlich neutral.
Nicht alles, was „Liebe“, „Heilung“, „Frieden“ oder „Energie“ verspricht, führt zu Christus.
Das „stillsitzende Ungetüm“ zieht dich an.
Es muss gar nicht viel dafür tun.
Sei wachsam.
Durch Buße, also Umkehr, und Ruhe kannst du gerettet werden. Im Stillsein und Vertrauen liegt deine Stärke. (Jesaja 30,15)
Willst du?
Gott wartet, um dich zu begnadigen. Er will sich über dich erbarmen. (Jesaja 30,18)
Er wird dir Gnade erweisen, wenn du um Hilfe rufst. Sobald er es hört, antwortet er dir. (Jesaja 30,19)
Tu Buße, wenn du dich deinem Ägypten zugewandt hast.
Suche Ruhe, sei still und vertraue dem, der dich rettet.
Werde still zum Gebet, suche Ruhe in Gottes Wort, der Bibel, und vertraue ihm, denn Vertrauen heißt Glauben.
Dein himmlischer Vater wartet mit offenen Armen auf dich, selbst wenn du seine Tochter bist und dich von ihm entfernt hast.
Er ist da, er wartet und er will seine Beziehung mit dir verfestigen, damit du in seiner Nähe alles findest, was die Welt dir nicht geben kann.
Gebet
Mein himmlischer Vater,
du hast mich herausgeholt aus der Welt. Du hast mich gerettet, begnadigt, beschenkt und mir deine Liebe gezeigt.
Herr, du hast mir so viel gegeben und immer wieder hast du Menschen in mein Leben gestellt, durch deren Rat du mir geholfen hast. Menschen, die mich ermutigt haben, mir Dinge gezeigt haben und durch deren Worte du mich sogar wieder näher zu dir geführt hast.
Danke, dass du auch Menschen gebrauchen kannst, um mir Rat und Orientierung zu geben.
Aber Vater, ich möchte nicht vergessen, dass du die eigentliche Quelle meines Rates bist. Ich möchte meinen Blick nicht so sehr auf Menschen richten, dass ich dabei vergesse, zuerst zu dir zu schauen. Lass mich alles, was mir Menschen mitgeben, an deinem Wort prüfen und dich immer wieder nach deinem Weg fragen.
Du sollst in meinem Leben das Größte und das Beste sein. Ich möchte dein Wort lieben und darin nach Rat, Wegweisung und Kraft suchen.
Bitte, Vater, ich möchte stille werden vor dir. Ich möchte zur Ruhe kommen an deiner Brust, in deinem Wort, und wirklich zur Umkehr gelangen.
Schenk mir ein bußfertiges Herz. Schenk mir Einsicht, wo ich falsche Wege gegangen bin, wo ich mich verrannt habe, wo ich auf mich selbst gebaut und versucht habe, aus eigener Kraft mein Leben zu meistern.
Vergib es mir, Vater.
Zieh mich ganz nah an dein Herz und schenk mir eine tiefe Sehnsucht, meine Ruhe bei dir zu finden und bei dir still zu werden – ja, wie das gestillte Kind bei seiner Mutter.
Danke, dass du mich liebst und dass ich nie zu weit weg bin, als dass du mich wieder zu dir holen kannst.
Danke für deine Gnade. Danke für Jesus Christus, durch den ich mit dir in Beziehung leben darf.
Und Vater, ich bitte dich auch für dein Volk Israel. Sei du ihnen gnädig und schenke auch dort Erweckung.
Danke für deine Liebe.
Amen.
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