„Im Schweiße seines Angesichts“. Damit ist allgemein gemeint: Jemand muss hart arbeiten. Erfolg kostet Einsatz, und wer nichts tut, bekommt auch nichts.
Im weltlichen Sinne ist es eine eher positive Aussage. Jemand arbeitet ehrlich und hart für seinen Unterhalt.
Im biblischen Sinne ist es jedoch kein Motivationsspruch, sondern diese Redewendung beschreibt eine Realität nach dem Bruch mit Gott. Denn Arbeit wurde erst nach dem Sündenfall mühsam. Mühsal ist die Folge einer gefallenen Welt, die Konsequenz der Sünde – und damit die Trennung von Gott.
Gott hatte den Menschen für Gemeinschaft mit sich geschaffen, nicht für sinnlose Erschöpfung. Aus dieser Perspektive betrachtet, lässt mich die Redewendung „im Schweiße seines Angesichts“ einen kleinen Stich im Herzen verspüren – einen Schmerz über die Konsequenz der Sünde, die Trennung vom Schöpfer.
Nachdem Adam und Eva von der verbotenen Frucht gegessen hatten, wurden ihnen die Augen geöffnet für eine Wirklichkeit, die ihnen vorher verborgen war. Ein dramatischer Augenblick der Menschheitsgeschichte. Gott kam danach in den Garten, um mit ihnen Gemeinschaft zu haben, doch die beiden versteckten sich. Mit der Sünde ist auch das Gewissen offenbar geworden.
Wir wissen, dass Adam und Eva sich gegenseitig und der Schlange die Schuld zuschoben. Gott verfluchte die Schlange und prophezeite im selben Moment die Erlösung der Menschen von der Feindschaft zwischen Satan und den Menschen – durch einen Nachkommen der Frau.
Von nun an würde auch die Frau große Mühe haben, und zwar mit der Schwangerschaft. Mit großen Schmerzen sollte sie Kinder gebären und sich nach ihrem Mann sehnen, er aber würde über sie herrschen.
Gottes Urteil über Adam fiel ebenfalls sehr hart aus. Zuerst zog er ihn zur Rechenschaft, weil Adam auf Eva gehört und von der verbotenen Frucht gegessen hatte, obwohl Gott ihm persönlich gesagt hatte: Du sollst nicht davon essen. Hier sehen wir noch einmal bestätigt, dass es Adams Verantwortung war, Gottes Gebot zu bewahren.
Und Gott sprach zu Adam:
„So sei der Erdboden verflucht um deinetwillen;
mit Mühe sollst du dich davon nähren dein Leben lang.
Dornen und Disteln soll er dir tragen,
und du sollst das Gewächs des Feldes essen.
Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen,
bis du zurückkehrst zum Erdboden;
denn von ihm bist du genommen.
Denn du bist Staub,
und zum Staub wirst du wieder zurückkehren.“
(1. Mose 3,7–19)
Das war ein hartes Wort. Und nun sollten sie den Garten verlassen. Adam war jetzt gezwungen, den Boden zu bebauen. Gott änderte hier auch zum ersten Mal den Speiseplan. Vorher hieß es in 1. Mose 2,16:
„Von jedem Baum des Gartens darfst du nach Belieben essen“ – außer von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen.
Vorher mussten sie keinen Acker bebauen, nur pflücken und essen. Nun aber: im Schweiße des Angesichts.
Wusstest du, dass Gott den Speiseplan später noch einmal geändert hat? In 1. Mose 9,3 sagt Gott zu Noah:
„Alles, was sich regt und lebt, soll euch zur Nahrung dienen.“ Seit dem Essen die Menschen Fleisch.
Für uns ist es aber nicht das Ende, denn Gottes Prophezeiung hat sich erfüllt. Ja, wir müssen immer noch arbeiten und unter Schmerzen Kinder gebären. Aber das Wichtigste ist wiederhergestellt: Wir dürfen wieder eine persönliche Beziehung zu Gott haben – jederzeit und überall.
Er kommt nicht nur zu einer bestimmten Tageszeit zu uns, wie im Garten Eden zur Abendzeit. Wir müssen auch nicht zum Tempel gehen und nur von dort aus beten oder opfern. Wir haben den direkten Zugang durch Jesus Christus. Er, der Sohn Gottes – der selbst Gott ist – hat diese Verbindung für uns hergestellt, indem er ein für alle Mal das Opferlamm wurde und für unsere Sünden gestorben ist.
Diese Vergebung der Sünden und die Wiederherstellung der Beziehung zu Gott empfangen diejenigen, die Jesus im Glauben annehmen. Sie bekommen ein neues Herz – was die Bibel Wiedergeburt nennt. Diese Kinder Gottes haben das Privileg, immer und von überall mit Gott zu reden und wieder in Beziehung mit ihm zu leben.
Du siehst: Die einfache Redewendung „im Schweiße seines Angesichts“ hat eine tiefe Bedeutung – vor allem für uns Christen.
Sei gesegnet bis zum nächsten mal. ❤️🙏🏻
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